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/ 18.06.2013
Peter Joachim Lapp

General bei Hitler und Ulbricht. Vincenz Müller - Eine deutsche Karriere

Berlin: Ch. Links Verlag 2003; 286 S.; geb., 24,90 €; ISBN 3-86153-286-7
Während hohe Offiziere der Wehrmacht wie Erwin Rommel, Heinz Guderian oder Erich von Manstein im Mittelpunkt des (populär-) historischen Interesses stehen, ist die Person des Generalleutnants Vincenz Müller nahezu völlig unbekannt. Sein Lebenslauf spiegelt jedoch noch deutlicher als die der oben Genannten die wenigen Höhen und vielen Tiefen der jüngeren deutschen Geschichte und dokumentiert das moralische Scheitern der von Generalstabsoffizieren gebildeten deutschen militärischen Elite. Ein Nachvollzug der Karriere von Vincenz Müller offenbart das wohl höchstmögliche Maß an Opportunismus. Er war Vertrauter Schleichers in der Weimarer Republik, erhielt hohe Auszeichnungen und Beförderungen im Ostfeldzug, war in die Judenvernichtung verstrickt, nach der Gefangennahme im Nationalkomitee Freies Deutschland tätig und wurde schließlich stellvertretender Verteidigungsminister der DDR. Der Autor widersteht jedoch einer undifferenzierten Verdammung und zeichnet einen komplexen, in seinen Wendungen verwirrenden Lebenslauf nach.
Christian Becker (BEC)
Dr. rer. pol.
Rubrizierung: 2.32.3122.314 Empfohlene Zitierweise: Christian Becker, Rezension zu: Peter Joachim Lapp: General bei Hitler und Ulbricht. Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18902-general-bei-hitler-und-ulbricht_21930, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21930 Rezension drucken
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