/ 18.06.2013
Ulrich Eckern / Leonie Herwartz-Emden / Rainer-Olaf Schultze (Hrsg.)
Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland. Eine Bestandsaufnahme
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004 (Politikwissenschaftliche Paperbacks 37); 298 S.; brosch., 24,90 €; ISBN 3-8100-3829-6Der Band, der dem verstorbenen Hamburger Friedensforscher Dieter S. Lutz gewidmet ist, versammelt Vorträge, die anlässlich eines Symposiums im Herbst 2002 an der Augsburger Universität gehalten wurden. Analysiert werden nicht nur die intellektuellen Herausforderungen, wie beispielsweise der Umgang mit "privatisierter" und/oder asymmetrischer Gewalt. Gefragt wird außerdem, wie sich die Friedensforschung als Disziplin positionieren soll. Insbesondere die Zielrichtung, die Stärken der Interdisziplinarität und der unterschiedlichen Ansätze auszuspielen, stand dabei im Mittelpunkt. Neben sozialwissenschaftlichen zählen auch friedensethische, historische, natur- und rechtswissenschaftliche Perspektiven dazu: „[S]owohl konzeptionell-theoretische als auch praxisorientierte Bausteine [...], die der Erfassung und Bewältigung der globalen wie lokalen neuen Konfliktlagen und Herausforderungen an den Frieden und an die Weiterexistenz des Menschen gerecht" (18) würden, gelte es zu erarbeiten.
Aus dem Inhalt:
Rainer-Olaf Schultze / Tanja Zinterer:
Einleitung (11-19)
I. Theoretische Fragestellungen
Dieter S. Lutz:
Friedensforschung - normativ, interdisziplinär, praxisorientiert (23-32)
Hans-Otto Mühleisen:
Politikwissenschaftliche Friedensforschung - ein Überblick (33-58)
Christoph Weller:
Friedenstheorie: Aufgabenstellung, Ansätze, Perspektiven (59-80)
II. Historische Aspekte
Wolfram Wette:
Kann man aus der Geschichte lernen? Historische Friedensforschung (83-97)
Andreas Gestrich:
Friedensforschung, Historische Anthropologie und neue Kulturgeschichte (99-115)
III. Theologisch-normative Aspekte
Johannes J. Frühbauer:
Störenfriede oder Friedensstifter? Religionen und ihre Rolle in Konflikten (119-139)
Bernd Oberdorfer:
Konfliktsteigerungs- und Konfliktbearbeitungspotenziale der Religion am Beispiel des Christentums (141-152)
IV. Sozialwissenschaftliche Aspekte
Michael Bommes:
Über die Aussichtlosigkeit ethnischer Konflikte in Deutschland (155-184)
Peter Waldmann:
Die Bundesrepublik Deutschland - Nährboden des radikalen Islamismus? (185-200)
Leonie Herwartz-Emden:
Interkulturalität im Bildungssystem, Interkulturelle Erziehung und Friedenserziehung (201-218)
Christian Büttner:
Friedensforschung - interdisziplinär? Pädagogisch-psychologische Friedens- und Konfliktforschung an der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (219-231)
V. Rechtliche Aspekte
Noëlle Quénivet:
Die (unterschätzte) Bedeutung des Völkerrechts für die Friedensforschung (235-251)
Norman Weiß:
Internationaler Menschenrechtsschutz in Forschung und Lehre - Möglichkeiten und Grenzen interdisziplinären Arbeitens aus rechtswissenschaftlicher Sicht (253-262)
VI. Naturwissenschaftliche Aspekte
Jürgen Altmann / Wolfgang Liebert / Götz Neuneck:
Dem Missbrauch von Naturkräften entgegentreten - Naturwissenschaftliche Forschung für Abrüstung und Frieden (265-283)
Armin Reller / Simon Meißner / Ulrich Eckern:
Gerechte Verteilung natürlicher Ressourcen für den Frieden (285-295)
Florian Peter Kühn (KÜ)
Dr., M. P. S., wiss. Mitarbeiter, Institut für Internationale Politik, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 4.41 | 2.23 | 4.42 | 4.1 | 2.37 | 1.1 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Florian Peter Kühn, Rezension zu: Ulrich Eckern / Leonie Herwartz-Emden / Rainer-Olaf Schultze (Hrsg.): Friedens- und Konfliktforschung in Deutschland. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18617-friedens--und-konfliktforschung-in-deutschland_21587, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21587
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Dr., M. P. S., wiss. Mitarbeiter, Institut für Internationale Politik, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
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