/ 22.06.2013
Wolfgang Gieler / Jürgen Bellers (Hrsg.)
fremdes Verstehen. Entwicklungspolitische und ethnologische Beiträge. Gedenkschrift für Paulos Daffa
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009; 120 S.; brosch., 19,- €; ISBN 978-3-8329-4802-3Mit dieser Gedenkschrift für den 2007 verstorbenen Politologen Paulos Daffa soll dessen Wirken im Bereich der interkulturellen Kommunikation und Entwicklungspolitik, besonders im afrikanischen Kontext, gewürdigt werden. Sabine Klocke-Daffa stellt in ihrem Beitrag über die Nama-Gesellschaft Namibias das Prinzip der Reziprozität als soziales Sicherungssystem dar. Werden traditionell soziale Beziehungen durch Geben und Nehmen gegenüber materiellen Gütern als wertvoller erachtet, so habe sich bei der jüngeren Generation durch den westlichen Einfluss im Hinblick auf Konsum und Kapitalakkumulation ein Wertewandel ergeben. Wolfgang Gieler plädiert für die Einbeziehung soziokultureller Faktoren in die Entwicklungspolitik, da das westliche anthropozentrische Weltbild, Rationalismus und Technikgläubigkeit ein Hindernis für eine erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit darstellten. In einem weiteren Artikel stellt Gieler anhand verschiedener Begrüßungsrituale die Schwierigkeiten der nonverbalen Kommunikation mit der damit einhergehenden unterschiedlichen Bedeutung von Symbolen, Handlungen und Zeichen in verschiedenen Kulturen dar. Jürgen Bellers widmet sich dem Zusammenhang von Kultur und Politik. Sein Versuch, einzelne Kulturräume schematisch festzulegen und mit einer bestimmten Außenpolitik zu verknüpfen, fällt leider etwas pauschalisierend aus.
Marianne Bleckmann (MBL)
Studentin, Institut für Politikwissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 1.3 | 4.44 | 4.42 | 4.1 | 2.67
Empfohlene Zitierweise: Marianne Bleckmann, Rezension zu: Wolfgang Gieler / Jürgen Bellers (Hrsg.): fremdes Verstehen. Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31908-fremdes-verstehen_38050, veröffentlicht am 28.04.2010.
Buch-Nr.: 38050
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Studentin, Institut für Politikwissenschaft, Universität Hamburg.
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