/ 18.06.2013
Herlinde Pauer-Studer / Herta Nagl-Docekal (Hrsg.)
Freiheit, Gleichheit und Autonomie
Berlin: Akademie Verlag 2003 (Wiener Reihe 11); 395 S.; pb., 29,80 €; ISBN 3-05-003601-XIm Zuge der „Equality of What"-Debatte ist der Egalitarismus nicht nur in seiner strikten Version - die eine Gleichverteilung sozialer oder ökonomischer Güter verlangt - zusehends in die Kritik geraten. Auch mit Blick auf den liberalen Egalitarismus - etwa Rawls oder Dworkin - wird geltend gemacht, dass die daraus abzuleitenden Maximen einer Kompensation von Ungleichheiten vielfach zu problematischen Implikationen führen, die die legitime Grenze zwischen privater und öffentlicher Sphäre verletzen. Gegenüber diesen anti-egalitaristischen Einwänden sind die Beiträge des Sammelbandes um eine differenzierte Gewichtung der Prinzipien von Gleichheit, Freiheit und Autonomie bemüht. Als gemeinsamen Nenner schlagen die Herausgeberinnen eine Lesart von Gleichheit vor, die sich „in der für liberal-demokratische Gesellschaften grundlegenden Autonomie [konkretisiert], sich innerhalb des Rahmens rechtlich zulässiger Lebensformen für eine bestimmte Konzeption des guten Lebens zu entscheiden" (17).
Inhalt: Herlinde Pauer-Studer / Herta Nagl-Docekal: Einleitung. Freiheit, Gleichheit und Autonomie als Schlüsselbegriffe zeitgenössischer Gerechtigkeitstheorien (7-20); Christian Hiebaum: Gleichheit als Eigenwert (21-48); Angelika Krebs: Gleichheit oder Gerechtigkeit. Die Kritik am Egalitarismus (49-93); Stefan Gosepath: Gleichheit in Habermas' und Dworkins Theorien der Gerechtigkeit (94-116); Jürgen Habermas: Der demokratische Rechtsstaat - eine paradoxe Verbindung widersprüchlicher Prinzipien? (117-135); Wolfgang Kersting: Kritik des Egalitarismus (136-164); Ulrich Steinvorth: Gründe von Gleichheitsforderungen (165-199); Alexander Somek: Soziale Überdeterminierung. Über den internen Zusammenhang von Diskriminierung und gedemütigter Freiheit (200-233); Herlinde Pauder-Studer: Freiheit und Gleichheit: Zwei Grundwerte und ihre Bedeutungen (234-273); Matthias Kaufmann: Anarchie als natürliches Ziel des egalitären Liberalismus (274-295); Herta Nagl-Docekal: Autonomie zwischen Selbstbestimmung und Selbstgesetzgebung oder Warum es sich lohnen könnte, dem Verhältnis von Moral und Recht bei Kant erneut nachzugehen (296-326); Beate Rössler: Bedingungen und Grenzen von Autonomie (327-357); Elizabeth M. Anderson: Consumers Sovereignty vs. Citizens' Sovereignty. Some Errors in Neoclassical Welfare Economis (358-388).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 5.42
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Herlinde Pauer-Studer / Herta Nagl-Docekal (Hrsg.): Freiheit, Gleichheit und Autonomie Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17875-freiheit-gleichheit-und-autonomie_20623, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20623
Rezension drucken
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
CC-BY-NC-SA