/ 19.06.2013
Christiane Kuller
Familienpolitik im föderativen Sozialstaat. Die Formierung eines Politikfeldes in der Bundesrepublik 1949-1975
München: R. Oldenbourg Verlag 2004 (Studien zur Zeitgeschichte 67); VII, 393 S.; 54,80 €; ISBN 3-486-56825-6Geschichtswiss. Diss. München; Gutachter: H. G. Hockerts, W. Ziegler. - Kuller verfolgt mit ihrer Arbeit zwei Ziele: Sie will die Formierung neuer Felder in der Familienpolitik untersuchen und „die Geschichte der Familienpolitik in der Bundesrepublik um die föderative Dimension erweitern“ (5). Neben der Bundesebene werden auch die Länder als Akteure der Familienpolitik einbezogen. Die Analyse wird anhand folgender drei Fallstudien vorgenommen: die Entwicklung des Familienlastenausgleichs als bundespolitisches Instrument, die Entstehung der Familienbildungs- und beratungsstätten, deren Träger freie Wohlfahrtsverbände waren, sowie die Entstehung des bayerischen Kindergartengesetzes von 1972. Im genannten Zeitraum habe sich das Leitbild der bundesdeutschen Familienpolitik erheblich gewandelt; es vollzog sich der „Übergang vom traditionell-hierarchischen zu einem partnerschaftlichen Leitbild“ (17) und entsprechend änderten sich die familienpolitischen Maßnahmen. Es sei jedoch keinem Bundesfamilienminister gelungen, eine familienpolitische Leitkompetenz zu errichten. „Die Familienpolitik bildet seither einen sozialpolitischen Themenbereich, der aufgrund seiner dezentralen Organisation der sozialstaatlichen Unitarisierungstendenz entgegenwirkt.“ (346)
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.343 | 2.342 | 2.325 | 2.331 | 2.313
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Christiane Kuller: Familienpolitik im föderativen Sozialstaat. München: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21155-familienpolitik-im-foederativen-sozialstaat_24680, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 24680
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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