/ 05.06.2013
Hans-Ulrich Baumgarten (Hrsg.)
Erkenntnistheorie
Freiburg i. Br./München: Verlag Karl Alber 1999 (Alber-Texte Philosophie 3); 200 S.; kart., 28,- DM; ISBN 3-495-48002-1Der schmale Band besteht aus einer Reihe von Quellentextpassagen aus Werken von Klassikern der Philosophie, in denen nach Meinung des Autors ausgewählte Probleme der Erkenntnistheorie "auf exemplarische Weise entfaltet" (24) worden sind. Vorangestellt ist den Kapiteln eine knappe Einleitung des Herausgebers mit systematischen Vorüberlegungen, sowie jedem Kapitel zusätzlich ein sehr komprimierter Abriß zu Biographie und Denken des zitierten Philosophen. Was die Kapitel, gemäß dem Autor, im einzelnen deutlich machen sollen: In den Passagen aus dem "Theaitetos" entfaltet Platon die Frage nach dem menschlichen Erkennen vom Phänomen der Wahrnehmung aus, indem er sich mit der Affektion durch den äußeren Gegenstand auseinandersetzt; Mittelpunkt der Textauswahl aus Aristoteles' "De anima" ist das besondere Verhältnis von Wahrnehmung und Gegenstand; die Abschnitte aus Descartes' "Meditationen über die erste Philosophie" erhellen die Problematik des Übergangs von der Innenwelt zur Außenwelt; Hume setzt sich im Text aus seinem "Traktat über die menschliche Natur" mit der skeptischen Frage nach der Realität der Außenwelt auseinander; die Textpassagen aus Kants "Kritik der reinen Vernunft" sollen in Hinsicht auf seine erkenntnistheoretische Fragestellung die wichtigsten Überlegungen seiner sogenannten Kopernikanischen Wende vorstellen; die Textauswahl Husserls (aus: "Aufsätze und Vorträge. 1911-1921") verdeutlicht die spezifische philosophische Einstellung, die es durch denkerische Anstrengung zu erreichen gilt, um Erkenntnistheorie angemessen behandeln zu können; Freges "Logische Untersuchungen" zeigen, wie erkenntnistheoretische Fragen von vornherein mit sprachphilosophischen, ontologischen und subjektivitätstheoretischen Problemstellungen einhergehen; die Texte der Zeitgenossen Prauss ("Die Welt und wir") und McGinn ("Bewußtsein und Raum") bringen die Verbindung von Erkenntnistheorie und Subjektivitätstheorie bzw. von Erkenntnistheorie und Ontologie zum Ausdruck.
Inhalt: Platon: Theaitetos (27-45); Aristoteles: Über die Seele (47-53); René Descartes: Meditationen über die erste Philosophie (55-71); David Hume: Ein Traktat über die menschliche Natur (73-80); Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft (81-92); Edmund Husserl: Phänomenologie und Erkenntnistheorie (93-111); Gottlob Frege: Der Gedanke (113-139); Gerold Prauss: Die Welt und wir (141-169); Colin McGinn: Bewußtsein und Raum (171-193).
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 5.2
Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Hans-Ulrich Baumgarten (Hrsg.): Erkenntnistheorie Freiburg i. Br./München: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8662-erkenntnistheorie_11396, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11396
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M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
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