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/ 18.06.2013
Tomás Moulian

Ein Sozialismus für das 21. Jahrhundert. Der fünfte Weg. Aus dem Spanischen von Barbara Gelautz

Zürich: Rotpunktverlag 2003; 230 S.; brosch., 16,80 €; ISBN 3-85869-265-4
Der Zusammenbruch der sozialistischen Systeme in den Staaten Osteuropas muss nicht zwingend als Ausdruck des Scheiterns des Sozialismus überhaupt gewertet werden, so der Ansatzpunkt des Autors. Vielmehr sei die dortige, auf den Staat fixierte Umsetzung des Sozialismus gescheitert, weil dieser die negativen Aspekte von Macht wie Repression und Unterdrückung nicht überwinden konnte. Der moderne Sozialismus müsse sich von seiner Staatsfixiertheit lösen. Er sollte sich weniger als neues System begreifen denn als ständigen Prozess umfassender gesellschaftlicher Demokratisierung und der permanenten Partizipation der Menschen auf allen Ebenen (lokal, regional und national). Es geht in dieser Auffassung von gesellschaftlicher Umgestaltung also nicht mehr um die einmalige große Veränderung, sondern um viele kleine Kämpfe der Subjekte gegen die Ausbeutung eines überbordenden Kapitalismus. Die Wirtschaft sollte ihrer dominierenden, repressiven Macht beraubt und wieder auf ihre ursprüngliche Funktion der materiellen Reproduktion zurückgeführt werden.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.43 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Tomás Moulian: Ein Sozialismus für das 21. Jahrhundert. Zürich: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19836-ein-sozialismus-fuer-das-21-jahrhundert_23090, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23090 Rezension drucken
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