/ 05.06.2013
Jürgen Gerhards / Ronald Hitzler (Hrsg.)
Eigenwilligkeit und Rationalität sozialer Prozesse. Festschrift zum 65. Geburtstag von Friedhelm Neidhardt
Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1999; 477 S.; brosch., 69,80 DM; ISBN 3-531-13221-0Die Beiträge zur Würdigung Neidhardts orientieren sich an zwei Perspektiven, die wesentlich für dessen Soziologie sind: Zum einen geht es um die Frage nach der Eigendynamik sozialer Prozesse, die aus der Wechselwirkung der Akteure untereinander resultiert und zum anderen um die Frage nach den Rationalitätsstandards sozialer Prozesse sowie den Möglichkeiten ihrer Verbesserung durch Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Inhalt: Einleitung: Jürgen Gerhards: Eigenwilligkeit und Rationalität sozialer Prozesse als Thema einer Festschrift für Friedhelm Neidhardt (9-27). I. Zur Rationalität sozialer Prozesse: 1. Wissenschaft und Wissen: Renate Mayntz: Wissenschaft, Politik und die politischen Folgen kognitiver Ungewißheit (30-45); Wolfgang Zapf: Gesellschaftliche Wohlfahrt und Sozialberichterstattung. Erfahrungen und Möglichkeiten (46-60); Dieter Claessens: Unerwartete oder unerwartbare Folgen sozialer Prozesse? Das Problem soziologischer Prognosen (61-67); Alois Hahn / Willy H. Eirmbter / Rüdiger Jacob: Expertenwissen und Laienwissen. Über Deutungsunterschiede bei Krankheitsvorstellungen (68-96); Helmut Willke: Zum Problem intersystemischer Abstimmung (97-112). 2. Öffentlichkeit und Politik: M. Rainer Lepsius: Die "Moral" der Institutionen (113-126); William A. Gamson: Policy Discourse and the Language of the Life-World (127-144); Jürgen Gerhards: Wie responsiv sind die Massenmedien? Theoretische Überlegungen und empirische Ergebnisse zum Verhältnis von Medien und Politik (145-173); Stefan Hornbostel: Interaktionsprozesse zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaft. Das SPIEGEL-Ranking deutscher Universitäten und die Folgen (174-205); Hanspeter Kriesi: Bildung und Wandel der Bevölkerungsmeinung (206-233); Max Kaase: Politik im Zwiespalt zwischen Wandel und Status quo. Eine Analyse im Hinblick auf den deutschen Wissenschaftsrat (234-257). II. Zur Eigendynamik sozialer Prozesse: 3. Familie und Sport: Hartmut Esser: Heiratskohorten und die Instabilität von Ehen (260-288); Ilse Hartmann-Tews: Teilsystemrevolution und Akteursstrategien. Ein differenztheoretischer Vergleich von Inklusionstendenzen im Sport (289-315); Karl Heinrich Bette / Uwe Schimank: Eigendynamiken und Abweichungen. Doping und Terrorismus im Vergleich (316-335). 4. Soziale Bewegungen und Gewalt: John McCarthy / Clark McPhail: Policing Protest. The Evolving Dynamics of Encounters between Collective Actors and Police in the United States (336-351); Dieter Rucht: Konfrontation und Gewalt. Verlauf, Struktur und Bedingungen unfriedlicher politischer Proteste in der Bundesrepublik (352-378); Birgitta Nedelmann: Die Selbstmordbomber. Zur symbolischen Kommunikation extremer Gewalt (379-414); Roland Eckert / Thomas A. Wetzstein: Soziale Identität, kulturelle Distinktion und Gewalt in Jugendcliquen (415-449). III. Ad personam: Ronald Hitzler: Führungsstil. Einige Reminiszenzen an die Zeit bei Friedhelm Neidhardt in Köln (452-460).
Oliver Lembcke (OL)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 1.3 | 2.333 | 2.343 | 2.25 | 2.37 | 2.64 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Oliver Lembcke, Rezension zu: Jürgen Gerhards / Ronald Hitzler (Hrsg.): Eigenwilligkeit und Rationalität sozialer Prozesse. Opladen/Wiesbaden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8259-eigenwilligkeit-und-rationalitaet-sozialer-prozesse_10890, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10890
Rezension drucken
Dr., Politikwissenschaftler.
CC-BY-NC-SA