/ 11.06.2013
Rüdiger Bubner
Drei Studien zur politischen Philosophie. Vorgetragen am 10. Mai 1997
Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter 1999 (Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften 11); 62 S.; kart., 18,- DM; ISBN 3-8253-0863-4Recht unterschiedliche Themen vereinigt dieser schmale Band mit dem offenbar bewußt allgemein gehaltenen Titel. In seiner ersten Studie konfrontiert Bubner zwei Formen der Legitimation von Rechtsordnungen miteinander: Rousseaus Modell der Volkssouveränität, die aus einem Akt der Selbstsetzung des Volkes entspringt und Hegels Modell einer rechtsstaatlichen Ordnung, die quasi naturrechtlich begründet ist. Eine Möglichkeit der Synthese beider Modelle sieht der Autor nicht. Mit der zweiten Studie knüpft Bubner an die Böckenförde-These an, daß der Rechtsstaat auf Voraussetzungen beruhe, die er selbst nicht garantieren kann. Eine derartige Voraussetzung findet der Autor im Mythos, beispielsweise in den Gründungsmythen der modernen Nationalstaaten. Die dritte Studie ist der "Dialektik der Toleranz" (47) gewidmet. In ihr verweist Bubner auf den Unterschied zwischen einer wechselseitigen Anerkennung der Gleichen als Gleiche und der Akzeptanz des Differenten als des Anderen - ein Unterschied, den es aufrechtzuerhalten gilt, weil nur eine sich als Einheit verstehende Gemeinschaft das ihr Fremde tolerieren kann.
Barbara Zehnpfennnig (BZ)
Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Barbara Zehnpfennnig, Rezension zu: Rüdiger Bubner: Drei Studien zur politischen Philosophie. Heidelberg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10163-drei-studien-zur-politischen-philosophie_12023, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12023
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Prof. Dr., Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Universität Passau.
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