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/ 18.06.2013
Camilla Dawletschin-Linder

Diener seines Staates. Celal Bayar (1883-1986) und die Entwicklung der modernen Türkei

Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2003 (Turkologie und Türkeikunde 6); XV, 293 S.; brosch., 48,- €; ISBN 3-447-04740-2
Bayar hat in den langen Jahren seines wechselvollen Lebens die Entwicklung der modernen Türkei begleitet und vielfältig mitgestaltet. Der glühende Anhänger Atatürks hatte sich zunächst am bewaffneten Widerstandskampf beteiligt. Später machte er eine steile politische Karriere, die ihn u. a. in die Positionen des Wirtschaftsministers und des Ministerpräsidenten führte. Zwischen 1950 und 1960 war er Präsident der Republik Türkei; nach dem Militärputsch von 1960 wurde er interniert, zum Tode verurteilt und wieder zu lebenslanger Haft begnadigt, von der er aber nur wenige Jahre tatsächlich verbüßen musste. Jahre später erlangte er seine bürgerlichen Ehrenrechte wieder. Auch wenn der moralisch integere, bescheidene Bayar immer im Schatten Atatürks und später ?nönüs stand, so das Fazit der Autorin, hat er die Geschicke seines Landes wesentlich beeinflusst. Insbesondere die Durchsetzung des bis heute existierenden Mehrparteiensystems sei wesentlich auch sein Verdienst, zudem habe er in den 30er-Jahren eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik umgesetzt. Die Arbeit zeichnet das wechselvolle Leben des wichtigen Politikers in chronologischer Form detailliert nach. Sie bietet eine sachliche Darstellung und kritische Würdigung der Leistungen Bayars.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.632.1 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Camilla Dawletschin-Linder: Diener seines Staates. Wiesbaden: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19893-diener-seines-staates_23156, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23156 Rezension drucken
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