/ 11.06.2013
Johannes Kunisch / Herfried Münkler (Hrsg.)
Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution. Studien zum bellizistischen Diskurs des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts
Berlin: Duncker & Humblot 1999 (Beiträge zur Politischen Wissenschaft 110); VIII, 361 S.; 138,- DM; ISBN 3-428-09577-4Wie kommt man von den Humanitätsidealen der rationalistischen Aufklärung in kurzer Frist zur Kriegsrechtfertigung im Umfeld der Französischen Revolution? Dieser Frage gehen die Autoren des Bandes nach. Ein gewisses Schwergewicht liegt auf der deutschen Diskussion der Zeit, aber auch andere europäische Länder und die jungen USA werden berücksichtigt.
Inhalt: Rolf Sprandel: Die Rechtfertigung des Krieges durch die Hofchronisten im spätmittelalterlichen Deutschland (1-16); Matthias Bohlender: Die Poetik der Schlacht und die Prosa des Krieges. Nationalverteidigung und Bürgermiliz im moralphilosophischen Diskurs der schottischen Aufklärung (17-41); Wilhelm Janssen: Johann Valentin Embser und der vorrevolutionäre Bellizismus in Deutschland (43-55); Johannes Kunisch: Die Denunzierung des Ewigen Friedens. Der Krieg als moralische Anstalt in der Literatur und Publizistik der Spätaufklärung (57-73); Hans-Ulrich Thamer: "Freiheit oder Tod". Zur Heroisierung und Ästhetisierung von Krieg und Gewalt in der Ikonographie der Französischen Revolution (75-91); Peter Paret: Die Darstellung des Krieges in der Kunst (93-111); Wilfried von Bredow: Goethe in Valmy (113-130); Jürgen Heideking: "People's War or Standing Army?" Die Debatte über Militärwesen und Krieg in den Vereinigten Staaten von Amerika im Zeitalter der Französischen Revolution (131-152); Michael Sikora: Scharnhorst und die militärische Revolution (153-183); Andreas Herberg-Rothe: Die Entgrenzung des Krieges bei Clausewitz (185-209); Jean-Jacques Langendorf: Rühle von Lilienstern und seine Apologie des Krieges (211-223); Massimo Mori: Das Bild des Krieges bei den deutschen Philosophen (225-240); Herfried Münkler: "Wer sterben kann, wer will denn den zwingen" - Fichte als Philosoph des Krieges (241-259); Peter J. Brenner: Jean Pauls Friedens-Predigt. Die Ästhetisierung des Krieges in den "Politischen Schriften" (261-284); Ernst Weber: Der Krieg und die Poeten. Theodor Körners Kriegsdichtung und ihre Rezeption im Kontext des reformpolitischen Bellizismus der Befreiungskriegslyrik (285-325); Andreas Dörner: Funktionale Barbarei. Heinrich von Kleists "Kriegstheater" und die Politik des Zivilisationsabbaus (327-349).
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Johannes Kunisch / Herfried Münkler (Hrsg.): Die Wiedergeburt des Krieges aus dem Geist der Revolution. Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10603-die-wiedergeburt-des-krieges-aus-dem-geist-der-revolution_12539, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12539
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
CC-BY-NC-SA