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/ 17.06.2013
Werner J. Patzelt / Roland Schirmer (Hrsg.)

Die Volkskammer der DDR. Sozialistischer Parlamentarismus in Theorie und Praxis

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002; 475 S.; brosch., 32,90 €; ISBN 3-531-13609-7
Man mag geteilter Meinung darüber sein, ob die Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik eine intensive sozialwissenschaftliche Analyse und Erforschung lohnt. Dieser Band zum "sozialistische[n] Parlamentarismus in Theorie und Praxis", der auf eine in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung organisierte Tagung im Mai 2000 zurückgeht, ist denn auch eher als ein Nebenprodukt der umfänglichen Parlamentarismusforschung der beiden Herausgeber zu betrachten. Sein mutmaßlicher Reiz besteht darin, die Außenperspektive(n) von Wissenschaftlern mit den aus der Distanz von mehr als einem Jahrzehnt geschriebenen Einschätzungen, auch Selbsteinschätzungen ehemaliger Abgeordneter und Mitarbeiter zu kontrastieren. Selbst wenn man den Pluralismus an Positionen in dieser Personengruppe, bei der gleichwohl ein apologetischer Grundton nicht zu verkennen ist, als aufschlussreich würdigt, bleibt der Erkenntniswert der Binnenperspektiven eng begrenzt. Weitaus hilfreicher für die Bewertung der "Vormärz"- Volkskammer (vor den freien Wahlen im März 1990) sind die zahlreichen Dokumente und Statistiken im Anhang, die etwa ein Drittel des Bandes ausmachen. Inhalt: I. Die Volkskammer als Forschungsgegenstand: Werner J. Patzelt: Die Volkskammer als Gegenstand vergleichender Parlamentarismusforschung (13-25); Roland Schirmer: Die Volkskammer der DDR. Eine Einführung (26-41); Werner J. Patzelt: Die Volkskammer und ihre Geltungsgeschichte (42-73). II. Die Volkskammer im Blick von außen: Heinrich Oberreuter: Idee, Norm und Realität sozialistischer Vertretungskörperschaften (75-86); Lothar de Maizière: Die Volkskammer der DDR - trug sie diesen Namen zu Recht? (87-93); Roland Schirmer: Die Volkskammer - ein 'stummes' Parlament? Die Volkskammer und ihre Abgeordneten im politischen System der DDR (94-180). III. Die Volkskammer im Blick von innen: Werner Kalweit: Zur Konzeption und Praxis der Volkskammer 1949-1989 (182-186); Gregor Schirmer: Die Volkskammer und die politische Führung der SED (187-194); Herbert Kelle: Zeuge der Arbeit der Volkskammer über fast drei Jahrzehnte (195-205); Günter Hartmann: Fraktionen: parlamentarische Rudimente oder Gremien mit Bedeutung? (206-214); Karl Heinz Schulmeister: Ausschussarbeit am Beispiel des Kulturausschusses (215-226); Gerd Delenschke: Abgeordnete als Interessenvertreter der Bürger und ihres Wahlkreises (227-231); Ludwig Elm: Persönliche Erfahrungen im Vergleich: die Volkskammer und der Bundestag (232-245). IV. Die Volkskammer im Perspektivenvergleich: Werner J. Patzelt: Wie war die Volkskammer wirklich? Akteurs- und Analytikerperspektiven im Vergleich (247-298). V. Anhang und Dokumentation.
Michael Edinger (ME)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Michael Edinger, Rezension zu: Werner J. Patzelt / Roland Schirmer (Hrsg.): Die Volkskammer der DDR. Wiesbaden: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16412-die-volkskammer-der-ddr_18843, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 18843 Rezension drucken
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