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/ 18.06.2013
Christoph Tangermann

Die völkerrechtliche Immunität von Staatsoberhäuptern. Grundlagen und Grenzen

Berlin: Duncker & Humblot 2002 (Schriften zum Völkerrecht 145); 273 S.; 74,- €; ISBN 3-428-10714-4
Rechtswiss. Diss. Erlangen; Gutachter: C. Hillgruber, R. Zippelius. - Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen. Diese Lebensweisheit hat in vielen Bereichen mehr als nur einen Kern Wahrheit in sich. Im Völkerrecht war die Stellung von Staatsoberhäuptern bislang ziemlich unangreifbar, auch wenn sie großer Verbrechen beschuldigt wurden. Die Haftbefehle gegen den früheren chilenischen Staatspräsidenten Pinochet und besonders der Prozess gegen den ehemaligen jugoslawischen Staatschef Milosevic vor dem Haager Internationalen Strafgerichtshof zeigen, dass sich die Dinge in letzter Zeit gewandelt haben. Das Spannungsverhältnis zwischen dem Souveränitätsverständnis des Völkerrechts und dem zunehmend für wichtiger gehaltenen Schutz der Menschenrechte wird stärker zugunsten Letzterer aufgelöst. Tangermann analysiert in einer historischen Rückschau, wie die Stellung der Staatsoberhäupter im Völkerrecht gesehen wurde und analysiert auch die heutige Rechtslage. Dabei plädiert er für eine weit reichende Immunität ehemaliger und aktiver Staatsoberhäupter, denn seiner Meinung nach erlaubt das heutige Völkerrecht keinen anderen Schluss. Nur die Erzeugung neuer Völkerrechtsnormen könnte Abhilfe schaffen.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.1 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Christoph Tangermann: Die völkerrechtliche Immunität von Staatsoberhäuptern. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17430-die-voelkerrechtliche-immunitaet-von-staatsoberhaeuptern_20066, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20066 Rezension drucken
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