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/ 05.06.2013
Ansgar Koschel / Helker Pflug (Hrsg.)

Die vergessenen Juden in den baltischen Staaten. Ein Symposium vom 4. bis 7. Juli 1997 in Hannover. Hrsg. im Auftrag der Buber-Rosenzweig-Stiftung

Köln: Verlag Wissenschaft und Politik 1998 (Galut Nordost: Sonderheft 2); 198 S.; brosch., 30,- DM; ISBN 3-8046-8849-7
Das Schicksal der osteuropäischen Juden während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft ist in den vergangenen Jahren verstärkt in das Blickfeld der bundesrepublikanischen Öffentlichkeit geraten, sei es durch die Diskussion um die Ausstellung des Hamburger Instituts für Sozialforschung über die Verbrechen der Wehrmacht oder aber sei es durch die Forderung nach Entschädigungszahlungen für osteuropäische Zwangsarbeiter seitens deutscher Firmen. Bei diesen Fragen wird das Schicksal eines Teiles der Betroffenen zu wenig zur Kenntnis genommen, nämlich die Situation der Juden in den baltischen Staaten. Diese Lücke bemüht sich der vorliegende Sammelband zu schließen, der die Beiträge einer Tagung im Juli 1997 versammelt. Wissenschaftler, Journalisten und in der Hilfe für baltische Juden engagierte Bürger diskutieren hierbei unterschiedliche Aspekte der jüdisch-baltischen Geschichte und entwickeln Perspektiven für Hilfen an diese vergessenen Opfer. Inhalt: I. Aktuelles Gedenken: Eckhard von Nordheim: Sich erinnern und Verantwortung einlösen (15-16); Guntis Ulmanis: Den Gedanken an den Holocaust lebendig halten (17-20); Niels Hansen: Auch heute Opfer für die Opfer bringen (21-24); Jaan Kross: Die Wüstenwanderung des estnischen Volkes (25-30). II. Beiträge zur Geschichte: Verena Dohrn: Mittler zwischen West und Ost. Zur Kulturgeschichte der Juden im Baltikum (33-50); Helker Pflug: Aspekte jüdischen Lebens in Estland bis 1940 (51-60); Ulla Lachauer: Mike Rabinowitz, ein Memeler Jude. Biographie und Zeitzeugenschaft (61-68); Roswitha Dasch: Das Ghetto von Wilna (69-76); Alexander Bergmann: Die vergessenen Juden in Riga (77-84); Herbert Obenaus: Die Deportation deutscher Juden nach Riga (85-96); Alexander Bergmann: Janis Lipke: Judenretter in Riga (97-100); Joachim Perels: Der Umgang mit Tätern und Widerstandskämpfern im Nachkriegs-Deutschland, ein lehrreiches Exempel (101-124). III. Heutige Probleme und zukünftige Aufgaben: Eva-Clarita Onken: Zur Kontroverse um die Judenvernichtung und Kollaboration in der lettischen Geschichtswissenschaft nach 1988 (127-136); Hanne-Margret Birckenbach: Präventive Diplomatie im Spannungsfeld zwischen Konfliktbewältigung und Menschenrechtsschutz am Beispiel der jüdischen Minderheit in Estland und Lettland (137-146); Andreas Graudin: Die Stellung der nationalen Minderheiten in den Verfassungen der baltischen Staaten und ihre einfachgesetzliche Umsetzung (147-164); Paul Gerhard Aring: Denk-Steine setzen in Litauen (165-168); Anita Kugler: Ein Museum, das unter die Haut geht. Das jüdische Leben und der Holocaust in Lettland (169-172); Henning von Löwis of Menar: Deutschland, Anwalt des Baltikums. Anspruch und Realität (173-174); Albert Caspari: Die Städtepartnerschaft Riga-Bremen. Bilanz und Perspektiven einer Partnerschaft (175-182); Winfried Nachtwei: Gerechtigkeit für die Holocaust-Überlebenden im Baltikum. Gibt es noch eine Hoffnung? (183-186); Pressespiegel zur Vernichtung jüdischen Lebens im Baltikum und zur Diskussion um Entschädigungszahlungen an Ghetto- und KZ-Überlebende in Osteuropa (187-196).
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 2.622.312 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Ansgar Koschel / Helker Pflug (Hrsg.): Die vergessenen Juden in den baltischen Staaten. Köln: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/7701-die-vergessenen-juden-in-den-baltischen-staaten_10225, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10225 Rezension drucken
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