/ 19.06.2013
Jürgen Mackert (Hrsg.)
Die Theorie sozialer Schließung. Tradition, Analysen, Perspektiven
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 275 S.; brosch., 29,90 €; ISBN 3-8100-3970-5Das Konzept sozialer Schließung - von Weber in „Wirtschaft und Gesellschaft“ eingeführt, wenn auch nicht ausgearbeitet - dient der Analyse jener Mechanismen, mit denen soziale Gruppen zumeist durch Monopolisierung ökonomischer Ressourcen („Marktschließung“) ihre privilegierte Position gegenüber anderen Gruppen behaupten. In den 70er- und 80er-Jahren sind Webers Überlegungen vor allem im angelsächsischen Raum weiterentwickelt worden, nicht zuletzt in Auseinandersetzung mit einer auf Interklassenbeziehung fixierten marxistischen Theorie. Der Sammelband soll einerseits diese Ausarbeitung des schließungstheoretischen Ansatzes anhand repräsentativer Texte von Parkin, Collins und Murphy dokumentieren (Teil I), andererseits jedoch auch auf das bisher nicht ausgeschöpfte Analysepotenzial dieser handlungstheoretischen Alternative zur Systemtheorie hinweisen. Gerade weil aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen Konflikte um Zugehörigkeiten (politische Rechte, gesellschaftliche Teilhabe) verschärfen - so die These des Herausgebers - komme dem schließungstheoretischen Ansatz in der Analyse von Inklusion und Exklusion gegenwärtig eine besondere Bedeutung zu. Dementsprechend enthält der zweite Teil neuere Analysen, die „die Vielfalt der bisher nur verstreut publizierten schließungstheoretischen Arbeiten dokumentieren und damit die Reichweite und Anwendbarkeit der Theorie sozialer Schließung auf eine Vielzahl empirischer Phänomene verdeutlichen“ (21).
Aus dem Inhalt:
Jürgen Mackert:
Die Theorie sozialer Schließung. Das analytische Potenzial einer Theorie mittlerer Reichweite (9-24)
I. Der schließungstheoretische Ansatz
Frank Parkin:
Strategien sozialer Schließung und Klassenbildung (27-43)
Frank Parkin:
Duale Schließung (45-65)
Randall Collins:
Schließungsprozesse und die Konflikttheorie der Professionen (67-85)
Raymond Murphy:
Die Struktur sozialer Schließung: Zur Kritik und Weiterentwicklung der Theorien von Weber, Collins and Parkin (87-109)
Raymond Murphy:
Die Rationalisierung von Exklusion und Monopolisierung (111-130)
II. Schließungstheoretische Analysen und Perspektiven
Sighard Neckel:
Politische Ethnizität. Das Beispiel der Vereinigten Staaten (133-154)
Loïc J. D. Wacquant:
Fortgeschrittene Marginalität. Anmerkungen zu Wesen und Bedeutung eines neuen Phänomens (155-175)
June Edmunds / Bryan S. Turner:
Generationen und soziale Schließung. Die britische Nachkriegsgeneration (177-192)
Heinz Steinert:
Schließung und Ausschließung. Eine Typologie der Schließungen und ihrer Folgen (193-212)
Sylvia M. Wilz:
Für und wider einen weiten Begriff von Schließung. Überlegungen zur Theorie sozialer Schließung am Beispiel von Geschlechterungleichheiten (213-231)
Phillip Brown:
Gibt es eine Globalisierung positionalen Wettbewerbs? (233-256)
Jürgen Mackert:
Staatsbürgerschaft. Die sozialen Mechanismen interner Schließung (257-272)
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.22 | 2.23 | 2.27 | 5.42 | 2.64 | 2.61
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Jürgen Mackert (Hrsg.): Die Theorie sozialer Schließung. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21268-die-theorie-sozialer-schliessung_24824, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24824
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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