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/ 19.06.2013
Andreas Storp

Die sicherheitspolitischen Bedrohungspotentiale in der postkonfrontativen Periode. Die Auswirkungen auf die amerikanische und deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2003 (Studien zur internationalen Politik 5); 308 S.; brosch., 51,50 €; ISBN 3-631-51079-9
Diss. Universität der Bundeswehr München; Gutachter: D. Schössler. - Der Autor untersucht, wie das Ende des Ost-West-Konflikts sich auf die deutsche beziehungsweise die amerikanische Sicherheitspolitik ausgewirkt hat. Er analysiert die Frage, wie diese beiden Akteure ihre Politiken an die neuen sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen adaptiert haben. Dabei geht Storp von acht „neuen" Bedrohungspotenzialen aus und untersucht deren Wahrnehmung in Deutschland und den USA. Anschließend diskutiert er die Strategien und Instrumente, mit denen die Bundesrepublik und die USA diesen Herausforderungen begegnen wollen. Die prinzipiell interessante Frage nach der Adaption von Akteuren an veränderte sicherheitspolitische Rahmenbedingungen entwertet der Autor aber durch eine unreflektierte und unklare Begrifflichkeit: Warum er die Phase seit 1989/90 in den internationalen Beziehungen als „postkonfrontativ" beschreibt, ist dubios und entspricht auch nicht der Konfliktentwicklung in diesem Zeitraum. Was soll der Unterschied zwischen „Bedrohungen" und „Bedrohungspotentialen" sein, wenn bereits die untersuchten Akteure Gegenstrategien entwickeln und nicht länger nur von potenziellen Gefahren ausgehen? Und warum muss das Bündel von Strategien und Instrumenten, die Deutschland und die USA verwenden, als „Allokation der Ressourcen" beschrieben werden? Storp folgt einer sehr schlichten realistischen Lesart der Internationalen Beziehungen. Daher spielen innenpolitische Determinanten und Handlungsbeschränkungen, die Staaten aus institutioneller Kooperation erwachsen, bei ihm überhaupt keine Rolle. Gerade im Falle der Bundesrepublik sind diese für den sicherheitspolitischen Wandel nach 1989/90 jedoch entscheidend gewesen. Schließlich ist zu fragen, wie klug ein Vergleich zwischen der deutschen und der amerikanischen Sicherheitspolitik ist. Zu unterschiedlich sind Voraussetzungen, Ziele, Ressourcen und Handlungsbeschränkungen, als dass aus diesem Vergleich politikwissenschaftlich etwas Sinnvolles erwachsen könnte.
Markus Kaim (MK)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Forschungsgruppe "Sicherheitspolitik", Stiftung Wissenschaft und Politik, Deutsches Institut für Internationale Politik und Sicherheit, Berlin.
Rubrizierung: 4.24.14.222.64 Empfohlene Zitierweise: Markus Kaim, Rezension zu: Andreas Storp: Die sicherheitspolitischen Bedrohungspotentiale in der postkonfrontativen Periode. Frankfurt a. M. u. a.: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21053-die-sicherheitspolitischen-bedrohungspotentiale-in-der-postkonfrontativen-periode_24562, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24562 Rezension drucken
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