/ 21.06.2013
Peter Huber
Die Schweizer Spanienfreiwilligen. Biografisches Handbuch
Zürich: Rotpunktverlag 2009; 479 S.; geb., 36,- €; ISBN 978-3-85869-390-7Immer noch übt der spanische Bürgerkrieg (1936-1939) auf viele Menschen eine nachhaltige Faszination aus. Nach dem Putsch faschistischer Generäle und im Schatten viel versprechender sozialer Experimente eilten Tausende Freiwillige aus aller Herren Länder nach Spanien, um aufseiten der bedrängten Republik gegen den Faschismus und für eine freie Gesellschaft zu kämpfen. Auch rund 800 Schweizer Bürger, überwiegend Männer, nahmen trotz Verbots der Schweizerischen Behörden am Bürgerkrieg teil. In diesem biografischen Handbuch werden zunächst die historischen Abläufe detailliert dargestellt und anschließend in rund 700 Kurzbiografien die Lebenswege zahlreicher Schweizer Spanienkämpfer skizziert. Knapp 60 Prozent von ihnen gehörten der KP an, die anderen waren Parteilose, Sozialdemokraten, Trotzkisten oder Anarchisten. Abgesehen von den politischen Überzeugungen lassen sich eine Reihe weiterer Motive – wie Arbeits- und Perspektivlosigkeit, Abenteuerlust usw. – ausmachen, die die Schweizer motivierten, sich nach Spanien zu begeben. Von den Überlebenden wurden nach ihrer Rückkehr in die Schweiz 420 Personen zu Gefängnisstrafen verurteilt. Huber will mit seinem Buch zur Rehabilitierung dieser Männer und Frauen beitragen. Während für Österreich eine vergleichbare Publikation vorliegt, steht eine solche Arbeit über die deutschen Spanienkämpfer noch aus.
Christoph Kopke (CKO)
Dr. phil., Dipl.-Pol., wiss. Mitarbeiter, Moses Mendelsohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Universität Potsdam.
Rubrizierung: 2.5 | 2.61 | 2.25 | 4.1 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Christoph Kopke, Rezension zu: Peter Huber: Die Schweizer Spanienfreiwilligen. Zürich: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31116-die-schweizer-spanienfreiwilligen_36997, veröffentlicht am 15.09.2009.
Buch-Nr.: 36997
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Dr. phil., Dipl.-Pol., wiss. Mitarbeiter, Moses Mendelsohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien, Universität Potsdam.
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