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/ 18.06.2013
Arnd Bauerkämper (Hrsg.)

Die Praxis der Zivilgesellschaft. Akteure, Handeln und Strukturen im internationalen Vergleich. Mit einem Nachwort von Jürgen Kocka

Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 2003; 446 S.; kart., 45,- €; ISBN 3-593-37235-5
Der Band geht auf eine Konferenz mit dem Titel „Akteure der Zivilgesellschaft" zurück, die im April 2002 vom Zentrum für Vergleichende Geschichte Europas veranstaltet wurde. Mit den Beiträgen werden Zwischenergebnisse von Dissertationsvorhaben zur Genese, Entwicklung und zu den Perspektiven der Zivilgesellschaft in Europa im 19. und 20. Jahrhundert vorgestellt. Das Buch versteht sich zugleich als Einführung in eine akteurszentrierte Forschungsrichtung, die dadurch, dass sie die Handlungspraxis konkreter Akteure in den Blick nimmt, „zwischen unterschiedlichen Funktionen und Rollen der Handlungsträger" zu differenzieren, die „individuellen und strukturellen Voraussetzungen zivilgesellschaftlichen Handelns" zu identifizieren sowie die „Zivilgesellschaftsfähigkeit als eine unabdingbare Handlungsvoraussetzung" zu akzentuieren vermag (7). Inhalt: Arnd Bauerkämper: Einleitung: Die Praxis und ihr Handeln in historisch-sozialwissenschaftlicher Perspektive (7-30); Hans-Joachim Lauth: Zivilgesellschaft als Konzept und die Suche nach ihren Akteuren (31-54). I. Kerne der Zivilgesellschaft: Gunilla-Friederike Budde: Das Öffentliche des Privaten. Die Familie als zivilgesellschaftliche Kerninstitution (57-75); Kirsten Bönker: Akteure der Zivilgesellschaft vor Ort? Presse, Lokalpolitik und die Konstruktion von „Gesellschaft" im Gouvernement Saratov, 1890-1917 (77-103); Adina Lieske: Bildung und öffentliche Partizipation. Sozialdemokratische Bildungsaktivitäten in Leipzig und Pilsen vor 1914 (105-128). II. Zivilgesellschaftliches Handeln: Mathias Mesenhöller: Zivilgesellschaft und Ständegesellschaft. Überlegungen am Beispiel Kurlands im 19. Jahrhundert (131-160); Jörn Grünewald: Arbeiter als die „anderen Akteure" der Zivilgesellschaft. Die Übertragung von Zivilisiertheit an die europäische Peripherie während der Epoche der Russischen Revolution (161-187); Philipp Ther: Zivilgesellschaft und Kultur. Programmatik, Organisation und Akteure gesellschaftlich getragener Theater im 19. Jahrhundert (189-212); Manuel Frey: Diskretionspolitik in der Zivilgesellschaft (213-228). III. Konturen und Grenzen der Zivilgesellschaft: Dietmar Müller: „Nationalisierte" Zivilgesellschaft. Ungleiche Staatsbürger in Rumänien, 1890-1910 (231-249); Regina Vogel: Felder zivilgesellschaftlichen Handelns? Verbände und Netzwerke des deutschen Bürgertums, 1945-1965 (251-273); Ingo Eser: Polnischer Nationalstaat, deutsche Minderheit und Schulwesen 1918-1939. Ansätze einer Zivilgesellschaft? (275-292); Maciej Janowski: Gab es im 19. Jahrhundert in Polen eine Zivilgesellschaft? Erste Überlegungen (293-316). IV. Auf dem Weg zur globalen civil society? Bernhard Struck: Grenzen europäischer Zivilisation im Spiegel des Anderen. Reisende als Akteure der Zivilgesellschaft zwischen Inklusion und Exklusion (319-342); Arnd Bauerkämper: Remigranten als Akteure von Zivilgesellschaft und Demokratie. Historiker und Politikwissenschaftler in Westdeutschland nach 1945 (343-370); Dieter Rucht: Zivilgesellschaftliche Akteure und transnationale Politik (371-389); Berthold Kuhn: Zivilgesellschaft aus der Perspektive der Entwicklungsländer (391-413); John Keane: Der Elfenbeinturm und die Zivilgesellschaft (415-427); Jürgen Kocka: Nachwort: Zivilgesellschaft. Begriff und Ergebnisse der historischen Forschung (429-439).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.22.312.3312.622.22 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Arnd Bauerkämper (Hrsg.): Die Praxis der Zivilgesellschaft. Frankfurt a. M./New York: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19300-die-praxis-der-zivilgesellschaft_22421, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22421 Rezension drucken
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