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/ 04.06.2013
Michael Haus

Die politische Philosophie Michael Walzers. Kritik, Gemeinschaft, Gerechtigkeit

Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2000; 383 S.; brosch., 58,- DM; ISBN 3-531-13512-0
Diss. Heidelberg; Gutachter: K. von Beyme, F. R. Pfetsch. - In den letzten Jahren wurde Walzer in erster Linie als hervorstechendster Vertreter der Gemeinschaftsidee in der Liberalismus-Kommunitarismus Debatte wahrgenommen. Dabei gilt er in den USA schon seit den Sechzigerjahren als einer der wichtigsten Theoretiker der demokratischen Linken. Während es den jüngeren Veröffentlichungen über Walzer im Wesentlichen gelungen ist, "(seine) politische Philosophie vom Verdacht einer heterogenitätsfeindlichen politischen Romantik des Gemeinschaftslebens merklich zu entlasten" (12), mangelt es auch weiterhin an einer systematischen Aufarbeitung der verschiedenen Theoriestränge Walzers aus ihrem inneren Zusammenhang heraus, so der Autor. "Die vorliegende Arbeit will diese positive Entwicklung in der Rezeption des Kommunitarismus unterstützen, indem sie die spezifischen Anliegen eines häufig zu seinen 'Hauptvertretern' gezählten Denkers herausarbeitet und in den Zusammenhang der Kommunitarismusdebatte stellt. Walzers politische Philosophie soll so in ihrer Originalität, aber auch in ihrer Repräsentativität zur Geltung gebracht werden." (11) Die Untersuchung erfolgt dabei in drei Schritten. Das Eingangskapitel ist Walzers Vorstellungen über eine normative politische Theorie und deren Anforderungen gewidmet. Haus nutzt dabei den umfassenderen Fokus der jüngeren Arbeiten Walzers, um dessen metatheoretischen Standpunkt herauszuarbeiten. Im Mittelteil analysiert der Autor Walzers Stellungnahmen zu zentralen politischen Fragen vor dem Hintergrund des normativen Rahmens. Untersuchte Fragen und Konzepte betreffen politische Gemeinschaft, Krieg und Frieden, Liberalismus, Demokratietheorie, zivile Gesellschaft und Staat. Der zentrale Kern des dritten Abschnitts liegt in Walzers Theorie der distributiven Gerechtigkeit und deren Erörterung. Im Abschluss beleuchtet Haus Walzers Stellung in der politischen Philosophie der Gegenwart, besonders im Rahmen der Liberalismus-Kommunitarismus-Debatte.
Stefan Göhlert (SG)
M. A., Politikwissenschaftler, Protokollchef und Bürgerbeauftragter in der Verwaltung der Stadt Jena.
Rubrizierung: 5.435.425.41 Empfohlene Zitierweise: Stefan Göhlert, Rezension zu: Michael Haus: Die politische Philosophie Michael Walzers. Wiesbaden: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/4699-die-politische-philosophie-michael-walzers_14763, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 14763 Rezension drucken
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