/ 18.06.2013
Tillmann Bendikowski / Sabine Gillmann / Christian Jansen / Markus Leniger / Dirk Pöppmann (Hrsg.)
Die Macht der Töne. Musik als Mittel politischer Identitätsfindung im 20. Jahrhundert
Münster: Westfälisches Dampfboot 2003; 219 S.; 24,80 €; ISBN 3-89691-547-9Der interdisziplinär angelegte Band geht auf eine Tagung im Oktober 2002 in der Katholischen Akademie Schwerte zurück. Er wird zwar von Historikern dominiert, aber auch Hirnforscher und Musikwissenschaftler kommen zu Wort; einige der Referenten sind zudem selbst praktizierende Musiker. In Anlehnung an linguistische Kommunikationsmodelle wird davon ausgegangen, dass Musik politische Wirkung nur als kommunikativer Prozess entfalten könne. Die Frage nach Identitätsbildung durch Musik zielt auf im öffentlichen Raum operierende Gruppen, was hier auch Nationen und Milieus mit einschließt. Unterschieden wird zwischen der inneren Kohäsion solcher Gruppen und der Diskriminierung gegen Nichtmitglieder, zwischen Identität als „von oben" beziehungsweise „von unten" gestiftet, als utopisch oder eher vergangenheitsbezogen motiviert. Der regionale Fokus der Beiträge liegt auf Europa, den USA sowie auf Palästina/Israel.
Aus dem Inhalt:
Michael Grossbach / Eckart Altenmüller:
Musik und Emotion - zu Wirkung und Wirkort von Musik (13-22)
Tillmann Bendikowski:
Öffentliches Singen als politisches Ereignis. Die Herausforderung einer historischen Quelle für die Geschichtswissenschaft (23-37)
Sabine Gillmann:
Amerikanische Gewerkschaftslieder und die New Deal-Politik (38-54)
Kirsten Reese:
Ruth Crawford Seeger - zwischen Avantgarde, Agitation und folk music (55-75)
Reinhard Voigt:
Identitätsrettung durch Rückzug in die Komposition - Stefan Wolpe und sein Exil in Palästina und den USA 1934-1953 (76-97)
Christoph Schwandt:
Diener zweier Diktaturen - der Komponist Rudolf Wagner-Régeny (98-104)
David Tompkins:
Musik zur Schaffung des neuen sozialistischen Menschen: Offizielle Musikpolitik des Zentralkomitees der SED in der DDR in den 50er Jahren (105-113)
Dirk Pöppmann:
Komponieren nach Auschwitz. Die Verarbeitung des Holocaust in der Musik (114-146)
Beate Kutschke:
Die Huber-Gottwald-Kontroverse - Die Inszenierung der Neuen Musik als politische Manifestation (147-169)
Frank Sielecki:
„Keiner oder alle. Alles oder nichts." - Zur Aporie der Politischen Avantgarde-Musik in den 60er/70er Jahren (170-193)
Thomas Pfeiffer:
„Hurra, hurra, ein Nigger brennt" - Funktion und Bedeutung der Musik für den Rechtsextremismus in Deutschland (194-217)
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 2.23 | 2.22 | 2.35 | 2.37 | 2.64 | 2.63 | 2.314
Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Tillmann Bendikowski / Sabine Gillmann / Christian Jansen / Markus Leniger / Dirk Pöppmann (Hrsg.): Die Macht der Töne. Münster: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19713-die-macht-der-toene_22945, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 22945
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M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
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