/ 21.06.2013
Martin Sabrow (Hrsg.)
Die Krise des Sozialstaats
Leipzig: Akademische Verlagsanstalt 2007 (Helmstedter Colloquien 9); 107 S.; brosch., 13,- €; ISBN 978-3-931982-50-8Die Autoren der Beiträge zu den 12. Helmstedter Universitätstagen 2007 setzen sich aus vorrangig historischer Perspektive mit der gegenwärtigen Krise des Sozialstaates auseinander. Die zeitgenössische These, der Sozialstaat müsse zu seinem Wesen zurückkehren, kritisiert Sabrow unter Hinweis auf dessen politische und inhaltliche Vielgestaltigkeit seit dem Kaiserreich bis zur Gegenwart. Einen normativen Kern von Sozialstaatlichkeit kann der Autor nicht ausmachen. Hübner, der instruktiv auf die Schwierigkeiten einer Vergleichenden Policy-Forschung hinweist, zeigt, dass die DDR zwar über eine höhere Frauenerwerbsquote verfügte, jedoch auf dem Gebiet der Arbeitszeit und der Wohnungsfrage nicht mit der Bundesrepublik konkurrieren konnte. Die Konkurrenz zwischen beiden Staaten habe einerseits zwar den Ausbau des Sozialstaates forciert, andererseits aber Strukturwandel und demografische Entwicklung ignoriert. Aus den geschichtswissenschaftlichen Analysen fällt der politikphilosophische Essay von Höffe heraus. Er wendet sich dagegen, die inflationär gebrauchte Formel der „sozialen Gerechtigkeit“ als Legitimation bestimmter erworbener oder erhoffter Ansprüche zu verstehen. Gerechte Politik im Zeitalter der Globalisierung meint für ihn weniger Umverteilung denn Eigenverantwortung.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 2.342 | 2.314 | 2.35
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Martin Sabrow (Hrsg.): Die Krise des Sozialstaats Leipzig: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28689-die-krise-des-sozialstaats_33829, veröffentlicht am 07.04.2008.
Buch-Nr.: 33829
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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