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/ 18.06.2013
Roman Grafe

Die Grenze durch Deutschland. Eine Chronik von 1945 bis 1990

Berlin: Siedler Verlag 2002; 544 S.; Ln., 39,90 €; ISBN 3-88680-744-4
Dem Journalisten Grafe ist ein beeindruckendes Buch über die deutsche Teilung gelungen. Im Mittelpunkt steht dabei der thüringische Grenzort Probstzella als Beispiel für die Geschichte der Mauer und für die Schicksale der Menschen, die mit ihr konfrontiert waren. Grafe hat Bewohner, ehemalige Grenzsoldaten und Menschen, die von dort die Flucht aus der DDR gewagt haben, interviewt. Diese Interviews sind Teil einer Art chronologischen Collage, zu der neben allgemeinen kurzen Abrissen über die historische Entwicklung der DDR und des Grenzregimes auch Zeitungsmeldungen, Anordnungen der DDR-Behörden, MfS-Spitzelberichte und Ähnliches gehören. Im zweiten Teil zeigt der Autor mit Porträts und Interviews, was aus den Tätern und Opfern nach dem Mauerfall geworden ist und wie sie sich ihr Handeln rückblickend erklären. Das Thema des dritten Buchteils sind die Prozesse gegen die Mauerschützen und gegen das Politbüro. Der Autor, der selbst in der DDR aufgewachsen und im Januar 1989 ausgereist ist, hat trotz - oder gerade wegen - seines sachlichen Stils ein sehr emotionales Buch geschrieben, in dem die DDR völlig zu Recht am Schicksal derjenigen gemessen wird, die sich nicht einsperren lassen wollten.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.3142.3132.315 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Roman Grafe: Die Grenze durch Deutschland. Berlin: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17530-die-grenze-durch-deutschland_20185, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 20185 Rezension drucken
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