/ 05.06.2013
Anna Maria Sigmund
Die Frauen der Nazis
Wien: Ueberreuter 1998; 240 S.; Ln., 39,80 DM; ISBN 3-8000-3699-1Die österreichische Historikerin Sigmund fragt, wie die Frauen "im Dunstkreis der NS-Elite" lebten, welche Rolle sie offiziell und welche sie hinter den Kulissen spielten. "Wer waren jene Künstlerinnen, weiblichen Mäzene und Politikerinnen?" (6) Den ausgewählten Biographien hat die Autorin ein Kapitel vorangestellt, in dem sie über Hitlers Verhältnis zu Frauen, sein Frauenbild und das der NS-Ideologen spricht. Danach habe Hitler eine große Faszination auf das weibliche Geschlecht ausgeübt, so daß Frauen von Anbeginn zu seinen "treuen Helferinnen" zählten; sie waren "'die besten Propagandisten'" (7 f.) und auch gute Finanziers der Partei. Sigmund berichtet, daß eine Voraussetzung für die Aufnahme in die weibliche NS-Elite darin bestand, dem "'Führer' mit Haut und Haaren verfallen zu sein" (9). Hitlers Frauenbild schien ambivalent, da er einerseits die Emanzipation und die Betätigung von Frauen in der Politik verbal verteufelte, andererseits weibliche Karrieren förderte, wie beispielsweise die der Architektin Gerdy Troost oder der Testpilotin Hanna Reitsch. Präsentiert werden die Biographien der beiden Frauen Hermann Görings (Carin sowie Emmy Göring), die von Magda Goebbels - sie trug den Beinamen "'Gefährtin des Teufels'" (73) -, von Leni Riefenstahl, Gertrud Scholtz-Klink, Geli Raubal (Hitlers Nichte), Eva Braun sowie die von Henriette von Schirach.
Sabine Steppat (Ste)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.312
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Anna Maria Sigmund: Die Frauen der Nazis Wien: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6703-die-frauen-der-nazis_9035, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9035
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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