/ 19.06.2013
Paolo Flores d'Arcais
Die Demokratie beim Wort nehmen. Der Souverän und der Dissident. Politisch-philosophischer Essay für anspruchsvolle Bürger. Aus dem Italienischen von Friederike Hausmann
Berlin: Verlag Klaus Wagenbach 2004; 139 S.; 10,90 €; ISBN 3-8031-2496-4Der italienische Philosoph legt ein deftiges Pamphlet gegen Konservatismus und Konformismus in den westlichen Demokratien vor. Von der Feststellung ausgehend, dass der Sinn des Wortes „Demokratie" in den politischen Debatten häufig ausgehöhlt werde, versucht er den semantischen Gehalt des Begriffs zu rekonstruieren. Ohne - nach eigener Behauptung - politisch oder ethisch zu argumentieren, will er gerechte Gesellschaftsstrukturen „aus einem realistischen Minimalverständnis von Demokratie" (30) ableiten. Mittelpunkt seiner Ausführungen ist die Erkenntnis, dass die Freiheit des Dissidenten „die Bedingung der Möglichkeit" (22) der Mehrheitsmacht ist, weil nur dann immer wieder neue Mehrheiten möglich sind. Flores d'Arcais überrascht mit manch originellen Thesen, die sich jedoch kaum rekonstruieren lassen, weil dem Essay keine Fußnoten beigegeben sind. Allerdings irritiert die häufig harsch formulierte Radikalität seiner politischen Überzeugungen.
Stefan Militzer (SM)
Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
Rubrizierung: 5.41 | 5.42 | 2.23 | 2.22
Empfohlene Zitierweise: Stefan Militzer, Rezension zu: Paolo Flores d'Arcais: Die Demokratie beim Wort nehmen. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20878-die-demokratie-beim-wort-nehmen_24346, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 24346
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Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
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