/ 18.06.2013
Alexander Saberschinsky
Die Begründung universeller Menschenrechte. Zum Ansatz der Katholischen Soziallehre
Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 2002 (Abhandlungen zur Sozialethik 45); 547 S.; kart., 72,80 €; ISBN 3-506-70245-9Theolog. Diss. Trier; Gutachter: W. Ockenfels, W. Göbel. - "Entweder kommen Menschenrechte allen Menschen zu oder es sind keine Menschenrechte." (14) Die Frage nach ihrer universellen Geltung ist zugleich die Frage nach ihrer Begründung. Die Arbeit untersucht dieses Spannungsfeld an den Aussagen der katholischen Soziallehre zu den Menschenrechten. Die katholische Soziallehre tritt gleichermaßen mit einem normativen Begründungsanspruch als auch mit der Bereitschaft zum Dialog auf und verfügt daher über gute Voraussetzungen, einen substanziellen Beitrag zur Begründung der Menschenrechte zu leisten. Saberschinsky legt im ersten Teil die "normativen Fundamente der katholischen Soziallehre frei" (28) - wobei er ausführlich auf das Naturrecht eingeht - und reflektiert im zweiten Teil die "Chancen und Grenzen der vorgetragenen theologischen Begründung der Menschenrechte" (239). Als spezifischen Beitrag der katholischen Soziallehre kennzeichnet er ihr Gemeinwohlverständnis, "das die wechselseitige Verwiesenheit von Individuum und Gesellschaft nicht einseitig zugunsten der Freiheitsrechte der einzelnen auflöst" (511). Der Autor bezieht in seine Untersuchung mittelalterliche, neuzeitliche und moderne Philosophie sowie Theologie ein. Er entfaltet damit einen gewaltigen Kosmos, dessen Verständnis einige Vorkenntnisse erfordert.
Aus dem Inhalt: I. Texte der Katholischen Soziallehre: 1. Leo XIII.: Rerum novarum (1891); 2. Pius XI.; 3. Die Sozialverkündigung Pius' XII.; 4. Ausblick: Kontinuität und Neuakzentuierungen in der Sozialverkündigung Johannes Pauls II. II. Systematische Reflexion: 5. Naturrecht in Scholastik und Neuscholastik; 6. Naturrecht und Personenrecht; 7. Naturrecht und Analogie des Seins; 8. Begründung der Menschenrechte: 8.1 Die Menschenrechtsfrage - eine Kernfrage der Katholischen Soziallehre; 8.2 Die theologische Begründung der Menschenrechte im pluralistischen Kontext. Schluß: Die Rechte des über sich selbst hinaus verwiesenen Menschen - ein kritischer Ausblick auf die Anforderungen einer universell tragfähigen Begründung der Menschenrechte.
Henry Krause (HK)
Dipl.-Politologe, Referatsleiter, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden.
Rubrizierung: 2.23 | 4.42 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Henry Krause, Rezension zu: Alexander Saberschinsky: Die Begründung universeller Menschenrechte. Paderborn u. a.: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17076-die-begruendung-universeller-menschenrechte_19637, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 19637
Rezension drucken
Dipl.-Politologe, Referatsleiter, Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, Dresden.
CC-BY-NC-SA