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/ 18.06.2013
Robert Kurz

Die Antideutsche Ideologie. Vom Antifaschismus zum Krisenimperialismus: Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten

Münster: Unrast 2003; 307 S.; brosch., 16,- €; ISBN 3-89771-426-4
Dem Autor, der laut Angabe des Verlages seit 1966 in der radikalen Linken aktiv ist und zum Zeitpunkt der Erstellung des Buches die Zeitschrift „Krisis" mitherausgegeben hat, geht es in seinem polemischen „Pamphlet" (11) um eine „Neuformulierung radikaler Kapitalismuskritik; es geht um die Geschichtstheorie, um den Status von NS und Auschwitz, um die Kritik der Auflösung und des Arbeiterbewegungsmarxismus, die Kritik der bürgerlichen Subjektform, die Begriffe von Theorie und Kritik überhaupt, das Verhältnis von Wertform und Ideologie, aber auch um die Art und Weise der Auseinandersetzung innerhalb einer paralysierten Linken" (7). Er beklagt deren rückwärts gewandtes Bewusstsein, dessen besondere Variante die antideutsche Ideologie sei. Seine Kritik daran hält er insofern für dringend geboten, als die Linke es versäumt habe, den Zusammenhang von „Kapitalismus, Antisemitismus und deutscher Geschichtskatastrophe" (8) zu klären. Sie betrachte die Geschehnisse um Auschwitz als historisch einmaliges und abgeschlossenes Phänomen, das sie verdränge. Kurz vertritt hingegen die Meinung, dass Auschwitz Gegenwart bleibe. Die mangelnde Bereitschaft, sich der Auseinandersetzung zu stellen, führe dazu, dass die Linke nicht in der Lage sei, sich mit den aktuellen Herausforderungen auseinander zu setzen.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.355.42 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Robert Kurz: Die Antideutsche Ideologie. Münster: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20442-die-antideutsche-ideologie_23826, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23826 Rezension drucken
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