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/ 21.06.2013
Bastian Ronge

"Der Mensch ist ein Landtreter" Die Bedeutung des Raums im politischen Denken von Carl Schmitt

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2008 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XX, Philosophie 727); 126 S.; 22,50 €; ISBN 978-3-631-58275-6
Ohne in die Falle der bloßen Schmitt-Polemik oder in jene der Schmitt-Vergötzung zu tappen, analysiert Ronge sachlich und überlegt das Konzept des Raumes in den Schriften des so umstrittenen Denkers. Als Unterscheidung zwischen Schmitts Früh- und Spätwerk macht der Autor einen „spatial turn“ aus: Während Schmitts frühe Schriften in weiten Teilen noch relativ raumblind seien beziehungsweise „Raum“ jedenfalls nicht explizit zum Thema machten, stellten räumliche Argumentationen in den späteren Werken den Schwerpunkt der Auseinandersetzung dar. Den Rang eines Schlüsselwerkes nimmt dafür laut Ronge „Der Begriff des Politischen“ (1932) ein, worin sich jener „turn“ am deutlichsten ausmachen lasse. Die Kontinuität in Schmitts oft widersprüchlichem Schrifttum erkennt der Autor in dessen Kampf gegen den Liberalismus. Ronge legt insgesamt eine kluge, ausgewogene Analyse vor, kommt dabei aber gänzlich ohne die Rezeption von Jan-Werner Müllers Standardwerk „Ein gefährlicher Geist“ aus, was insbesondere im abschließenden Kapitel über Schmitts Aktualität im Globalisierungsdiskurs und bezüglich der Imperiumstheorien doch überrascht.
Tamara Ehs (TE)
Dr. phil., Politikwissenschaftlerin am IWK Wien und Lehrbeauftragte an der Universität Salzburg (http://homepage.univie.ac.at/tamara.ehs/)
Rubrizierung: 5.46 Empfohlene Zitierweise: Tamara Ehs, Rezension zu: Bastian Ronge: "Der Mensch ist ein Landtreter" Frankfurt a. M. u. a.: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30511-der-mensch-ist-ein-landtreter_36221, veröffentlicht am 08.04.2009. Buch-Nr.: 36221 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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