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/ 05.06.2013
Christiane Simmler

Das uti possidetis-Prinzip. Zur Grenzziehung zwischen neu entstandenen Staaten

Berlin: Duncker & Humblot 1999 (Schriften zum Völkerrecht 134); 331 S.; 112,- DM; ISBN 3-428-09566-9
Das Ziel dieser in erster Linie juristisch orientierten Studie ist es herauszufinden, ob das uti possidetis-Prinzip in den letzten fünfzig Jahren zu einer völkerrechtlichen Norm geworden ist. Eine völkerrechtliche Argumentation anhand dieses Prinzips entstand erstmals in Lateinamerika im Zusammenhang mit dem Zerbrechen eines Kolonialreiches vor zweihundert Jahren. Es besagt, daß sich die Grenzen der neu entstandenen Staaten an den bereits existierenden Verwaltungsgrenzen zu orientieren haben. In Anbetracht der Tatsache, daß ein solches Prinzip auch in den heutigen kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Balkan eine streitschlichtende Wirkung haben könnte, ist die Studie mithin auch von großem politischen Interesse. Nach der durchweg sehr knapp gehaltenen Untersuchung des Umgangs mit dem uti possidetis-Prinzip in allen Weltregionen kommt die Autorin zu dem Schluß, daß es mittlerweile den Rang einer anerkannten Norm im universellen Völkergewohnheitsrecht einnimmt. Bei Konflikten zwischen Parteien ohne klare Grenzziehung - wie bei ethnischen, historisch motivierten Auseinandersetzungen - dürfte dies allerdings keine Bedeutung haben.
Walter Rösch (WR)
M. A., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 4.1 Empfohlene Zitierweise: Walter Rösch, Rezension zu: Christiane Simmler: Das uti possidetis-Prinzip. Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8028-das-uti-possidetis-prinzip_10623, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10623 Rezension drucken
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