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/ 20.06.2013
Gilbert H. Gornig / Dietrich Murswiek (Hrsg.)

Das Recht auf die Heimat

Berlin: Duncker & Humblot 2006 (Staats- und völkerrechtliche Abhandlungen der Studiengruppe für Politik und Völkerrecht 23); 182 S.; 78,- €; ISBN 978-3-428-12063-5
Ein Recht auf die Heimat ist problematisch, weil der Begriff Heimat auch an den ethnischen Begriff des Volkes anknüpft. Damit kommen gruppenrechtliche Erwägungen auf, die wohl dazu beigetragen haben, dass dieses Recht – entgegen dem Vorwort – im strikten Sinne in der BRD nicht existiert, sondern als Staatsziel in den Verfassungen von Baden-Württemberg (1953) und Sachsen (1993) festgehalten ist (siehe den Beitrag von Degenhart). Der Sammelband untersucht die rechtliche Geltung der Heimat zum einen völkerrechtlich und zum anderen mit speziellerem Bezug, inhaltlich oder geografisch. Für die politikwissenschaftliche Perspektive sind die Abhandlungen hilfreich, ihr am nächsten kommt die Interpretation der Autonomie Südtirols als Recht auf Heimat. Damit wird offensichtlich, dass hinter dem Wörtchen Heimat umfassende politische Forderungen versteckt werden. Die Beiträge der Tagung der Studiengruppe Politik und Völkerrecht vom März 2004 verstehen sich laut Vorwort auch als Aktualisierung des gleichlautenden Grundlagenwerks von Otto Kimminich, das zuletzt 1989 eine neue Auflage erlebte.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 4.14.422.61 Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Gilbert H. Gornig / Dietrich Murswiek (Hrsg.): Das Recht auf die Heimat Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25880-das-recht-auf-die-heimat_30046, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30046 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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