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/ 22.06.2013
Christopher Rühle

Das politische Denken von John Taylor of Caroline (1753-1824) Republikanismus, Föderalismus und Marktgesellschaft in den frühen Vereinigten Staaten von Amerika

Bern/Stuttgart/Wien: Haupt Verlag 2010; XX, 813 S.; 52,- €; ISBN 978-3-258-07383-5
Diss. St. Gallen; Gutachter: R. Kley, A. Riklin. – Für den Autor ist John Taylor neben Thomas Jefferson selbst der „zweite Hauptvertreter der Jeffersonian Democracy“, jener politischen Theorie, die „für die Herausbildung einer hegemonialen liberalen politischen Kultur in den Vereinigten Staaten“ (752) so bedeutend gewesen ist. Trotz dieser wichtigen Stellung findet Taylor in der ideengeschichtlichen Forschung kaum Beachtung, eine Situation, die Rühle mit der ersten deutschsprachigen Monografie über den Staatstheoretiker der frühen amerikanischen Republik ändern möchte. Das Bild, das er von Taylor entwirft, versucht, die verschiedenen bislang vorgeschlagenen Lesarten in einem gemeinsamen interpretativen Rahmen zusammenzuführen: Anhänger des Ideals einer antiken, ländlichen Republik, Bewahrer der anti-föderalistischen Tradition, Schüler des klassischen Liberalismus, Interessenvertreter der auf der Sklavenwirtschaft basierten „landed aristocracy“ der Südstaaten, Vorläufer der states‘ rights-Theorie und damit Vordenker der Sezessionsbewegung. Die vielschichtigen Interpretationen führt er im Rahmen der Jeffersonian Democracy zusammen, indem er den spezifischen Individualismus und die politische Ökonomie Taylors herausarbeitet, die sich primär am Ideal der einfachen Handwerker und kleinen Geschäftsleute orientieren, die sich mit einem republikanischen Arbeitsethos in einem freien Markt begegnen. Kern von Rühles Arbeit ist aber die Auseinandersetzung mit der Theorie der Gewaltenteilung bei Taylor, die seiner Ansicht nach so ausgefeilt ist wie kaum eine zweite in der Geschichte der politischen Theorien. Mit einer Vielzahl unterschiedlicher Dimensionen der Gewaltenteilung möchte Taylor jedweden Machtmissbrauch verhindern. Allein wegen dieser Theorie lohnt sich heute wieder die Beschäftigung mit Taylor, ganz zu schweigen von dem Einblick, den sein politisches Denken in die politische Kultur der frühen Republik gewährt, die auch heute noch die Politik der USA nachhaltig prägt.
Markus Lang (ML)
Dr., Politikwissenschaftler.
Rubrizierung: 5.332.64 Empfohlene Zitierweise: Markus Lang, Rezension zu: Christopher Rühle: Das politische Denken von John Taylor of Caroline (1753-1824) Bern/Stuttgart/Wien: 2010, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31939-das-politische-denken-von-john-taylor-of-caroline-1753-1824_38089, veröffentlicht am 19.07.2010. Buch-Nr.: 38089 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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