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/ 03.06.2013
Herfried Münkler (Hrsg.)

Bürgerreligion und Bürgertugend. Debatten über die vorpolitischen Grundlagen politischer Ordnung

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 1996; 356 S.; brosch., 89,- DM; ISBN 3-7890-4254-4
Der Band vereinigt überwiegend Beiträge eines Kolloquiums der DVPW-Sektion "Politische Theorie und Ideengeschichte" im Oktober 1993 in Berlin, auf dem die wenig untersuchte "Frage nach den vor- und außerkonstitutionellen Bedingungen politischer Ordnung" (7), nach den "sozio-moralischen Grundlagen der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Ordnung" (7) gestellt wurde. Dies gibt den ansonsten zeitlich wie thematisch weit auseinanderliegenden Beiträgen ihren übergreifenden Bezugspunkt. Besonders aufschlußreich ist es, wie im Wandel der Zeiten einige vorpolitische Grundlagen langsam politisch werden wie auch umgekehrt. So bietet dieser Band einen wichtigen Beitrag zum politischen Denken in seinen strukturell gleichbleibenden Faktoren, die gerade darüber ihren Inhalt wechseln. Inhalt: I. Bürgerreligion/Ziviltheologie: Peter Weber-Schäfer: Heil und Herrschaft bei den Juden: Könige und Propheten (13-24); Manfred Walther: Die Religion des Bürgers - eine Aporie der politischen Kultur der Neuzeit? Hobbes, Spinoza und Rousseau oder Über die Folgenlast des Endes der politischen Theologie (25-61); Heinz Kleger / Alois Müller: Nationale und europäische Bürgerreligion. Ein Beitrag zur unvollendeten Säkularisierung (62-80); Jürgen Gebhardt: Wie vor-politisch ist 'Religion'? Anmerkungen zu Eric Voegelins Studie "Die politischen Religionen" (81-102). II. Bürgerschaft und Bürgertugend: Effi Böhlke: Soziomoralische Dispositionen politischer Ordnungen. Montesquieus politisches Denken (103-126); Walter Rothholz: Jean-Jacques Rousseaus bürgerliche Republik (127-138); Timm Genett: "Ein Land aus Stuck". Robert Michels und die soziomoralische Disposition der Deutschen im Wilhelminismus (139-162); Gabriele Schneider: Ressentiment und Ideologie. Max Schelers Betrachtung differenter Grundlagen politischer Ordnung (163-181); Alfons Söllner: Leo Strauss' Denkweg gegenüber der Moderne - der Weimarer Ausgangspunkt (182-202); Harald Bluhm: Leo Strauss' politische Philosophie und das "einfache Denken" (203-227); Ernst Vollrath: Handeln und Urteilen. Zur Problematik von Hannah Arendts Lektüre von Kants "Kritik der Urteilskraft" unter einer politischen Perspektive (228-249). III. Verfaßtheit und Verfassung: Wilfried Nippel: Mischverfassung, Ephoren und Tribune (250-264); Michael Hereth: Montesquieu über die beste unter den gegebenen Umständen mögliche Verfassung (265-283); Willi Paul Adams: Verfassungstheorie und Verfassungspraxis der amerikanischen Gründergeneration: Von der konstitutionellen Monarchie Großbritanniens zum republikanischen Bundesstaat (284-300); Barbara Zehnpfennig: Die Federalists zwischen Gemeinwohl und Partikularinteresse (301-308); Reinhard Blänkner: Die Idee der Verfassung in der politischen Kultur des 19. Jahrhunderts in Deutschland (309-341); Kurt Lenk: Kelsen - Schmitt - Heller: Drei Lesarten der Weimarer Reichsverfassung (342-352).
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.332.235.325.42.21 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Herfried Münkler (Hrsg.): Bürgerreligion und Bürgertugend. Baden-Baden: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2066-buergerreligion-und-buergertugend_2510, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2510 Rezension drucken
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