/ 21.06.2013
Volker Koop
Besetzt. Britische Besatzungspolitik in Deutschland
Berlin: be.bra verlag 2007; 327 S.; geb., 24,90 €; ISBN 978-3-89809-076-6Koop schildert die Politik der britischen Besatzungsregierung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Obwohl Großbritannien vor und nach dem Krieg in großem Maße von den USA abhängig gewesen war, verfolgte die Londoner Regierung durchaus eine unabhängige Besatzungspolitik. Sie bezog wie etwa im Fall des Morgenthau-Plans zuweilen sogar offen Position gegen den Bündnispartner. Die Arbeit der Besatzungsregierung war auch immer Gegenstand innenpolitischer Debatten in Großbritannien, so wurde beispielsweise über das „Re-Education“-Programm debattiert. Koop zufolge war die britische Besatzungspolitik wesentlich spektakulärer als sie schien. Dies betrifft unter anderem die Flüchtlingsfrage in Schleswig-Holstein oder die Frage der Internationalisierung des Ruhrgebietes, das der britischen Besatzung unterstand. Trotz des Stolzes der britischen Siegermacht und einzelner Übergriffe gegen Zivilisten, schlussfolgert Koop, dass „es die Deutschen, die in der britischen Besatzungszone lebten, am besten getroffen hatten“ (299). Heute sei Großbritanniens vormalige Funktion als Besatzungsmacht im deutschen Bewusstsein längst verblasst.
Jost Wübbeke (JW)
Student, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
Rubrizierung: 2.313 | 4.22 | 2.61 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Jost Wübbeke, Rezension zu: Volker Koop: Besetzt. Berlin: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/28252-besetzt_33244, veröffentlicht am 11.09.2008.
Buch-Nr.: 33244
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Student, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
CC-BY-NC-SA