/ 11.06.2013
Elisabeth Dickmann / Eva Schöck-Quinteros (Hrsg.)
Barrieren und Karrieren. Die Anfänge des Frauenstudiums in Deutschland. Dokumentationsband der Konferenz "100 Jahre Frauen in der Wissenschaft" im Februar 1997 an der Universität Bremen
Berlin: trafo verlag dr. wolfgang weist 2000 (Schriftenreihe des Hedwig-Hintze-Instituts Bremen 5); 390 S.; 25,46 €; ISBN 3-89626-178-9100 Jahre nach Veröffentlichung der Umfrage "Die akademische Frau" von Arthur Kirchhoff (1897) folgte der im Februar 1997 an der Universität Bremen realisierte Kongress "100 Jahre Frauenstudium in Deutschland" dem fächerübergreifenden Ansatz dieser frühen Studie zur Frage des Frauenstudiums. Die nach Fachgruppen geordneten Beiträge zeigten sowohl fachspezifische Entwicklungen als auch fächerübergreifende Grundmuster auf. In leicht umstrukturierter Form, die die Möglichkeit zu stärker generalisierenden Fragestellungen einräumt, präsentiert der Dokumentationsband unter anderem Einblicke in die Fächerpräferenzen der ersten Studentinnen, in die sich verändernden beruflichen Perspektiven für Frauen in akademischen Disziplinen, in die Auswirkungen nationalsozialistischer Politik gegen Frauenbildung, die über das Jahr 1945 hinaus nachwirkten, und in die langfristigen Veränderungen und Veränderungsresistenzen des Frauenstudiums in Deutschland in den letzten 100 Jahren.
Inhalt: Elisabeth Dickmann / Eva Schöck-Quinteros: Barrieren und Karrieren des Frauenstudiums in Deutschland (9-12); Ilse Costas: Professionalisierungsprozesse akademischer Berufe und Geschlecht - ein internationaler Vergleich (13-32). Das Frauenstudium in den Sozial- und Kulturwissenschaften: Heike Brandstädter: Die Poetik des Verlustes. Margarete Susmann (1872-1966) als Kulturwissenschaftlerin (35-44); Elisabeth Dickmann: Die Historikerin Hedwig Hintze (1884-1942): Kein Ort - nirgends (45-60); Hiltrud Häntzschel: Die Exilierung der Wissenschaften - weiblich. Zur Dimension der Folgen und zu ihrem Stellenwert in der Emigrationsforschung (61-70); Eva Schöck-Quinteros: "... denn ich hoffe nach dem Krieg in Amerika arbeiten zu können." Stationen einer vertriebenen Wissenschaftlerin (1901-1946) (71-102); Theresa Wobbe: Theresa Wobbe: Generation und Anerkennung: Wissenschaftlerinnen im frühen 20. Jahrhundert (103-119); Christa Kersting: Die Lage der Akademikerinnen in der Erziehungswissenschaft der Nachkriegszeit (1945-1955) (121-139). Medizinstudium und der Beruf der Ärztin: Marita Krauss: Die Lebensentwürfe und Reformvorschläge der Ärztin Hope Bridges Adams Lehmann (1855-1916) (143-157); Kristin Hoesch: Die Kliniken weiblicher Ärzte für Frauen in Berlin (1877-1914) (159-166); Sabine Schleiermacher: Ärztliche Schulaufsicht. Ein neues Berufsfeld für Ärztinnen im Kaiserreich und in der Weimarer Republik (167-175); Eva Brinkschulte: Wissenschaftspolitik im Kaiserreich entlang der Trennungslinie Geschlecht. Die ministerielle Umfrage zur Habilitation von Frauen aus dem Jahre 1907 (177-192). Frauen in den Naturwissenschaften: Annette Vogt: Die ersten Karriereschritte - Physikerinnen im Berliner Raum zwischen 1900 und 1945 (195-230); Renate Tobies: "Aller Männerkultur zum Trotz": Frauen erwerben den Doktortitel in Mathematik (231-252); Susanne Flecken: Maria Gräfin von Linden. Wissenschaftlerin an der Universität Bonn von 1899 bis 1933 (253-269); Tekla Reimers: Zum Problem wissenschaftlicher Objektivität: Geschlechtsunterschiede aus männlicher und weiblicher Sicht (271-279). Studentinnen: Wiltrud Ulrike Drechsel: Über Faszination und Ausgrenzung der Universität in den Anfängen des Frauenstudiums (283-292); Anja Burchardt: "Schwestern reicht die Hand zum Bunde"? - Zum Verhältnis zwischen russischen und deutschen Medizinstudentinnen in den Anfängen des Frauenstudiums (1865-1914) (293-301); Marianne Koerner: Preis der Partizipation. AStA-Beteiligung der Studentinnenvereine vor dem Ersten Weltkrieg (303-313); Heike Hessenauer: Studentinnen vor 1939 - Eine Fallstudie zur Entwicklung des Frauenstudiums (315-327). 100 Jahre BGB, 100 Jahre Frauenstudium der Rechtswissenschaften: Beatrix Geisel: Garantinnen gegen "Männerjustiz"? Die ersten Juristinnen im Zwiespalt zwischen frauenfeindlichen Rechtsnormen und Frauenbewegung (331-342); Ursula Rust: 100 Jahre Frauen in der Rechtswissenschaft - Zur Beteiligung von Juristinnen am wissenschaftlichen Diskurs (343-362); Konstanze Plett / Sabine Berghahn: 100 Jahre BGB: Das Familienrecht als die (un)heimliche Verfassung des Patriarchats (363-382).
Tanja Pritzlaff (TP)
Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
Rubrizierung: 2.36 | 2.343 | 2.31
Empfohlene Zitierweise: Tanja Pritzlaff, Rezension zu: Elisabeth Dickmann / Eva Schöck-Quinteros (Hrsg.): Barrieren und Karrieren. Berlin: 2000, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9782-barrieren-und-karrieren_11533, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11533
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Dipl.-Politologin, wiss. Mitarbeiterin, Zentrum für Sozialpolitik, Universität Bremen.
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