/ 06.06.2013
Matthias Rogg
Armee des Volkes? Militär und Gesellschaft in der DDR
Berlin: Ch. Links Verlag 2008 (Militärgeschichte der DDR 15); XIV, 689 S.; 39,90 €; ISBN 978-3-86153-478-5Rogg stellt den durch die Namensgebung der DDR-Führung selbst erhobenen Anspruch der Nationalen Volksarmee infrage, eine Armee des Volkes zu sein. Aufgrund der mangelhaften Quellenüberlieferung vor allem auf lokaler Ebene, konzentriert er sich auf die Aktenbestände der Garnisonsstädte Wolfen und Bitterfeld. Im Sinne moderner Militärgeschichtsforschung werden hier exemplarisch „die Schnittflächen zwischen Militär und Gesellschaft“ (34) dargestellt. Im Kernzeitraum zwischen Mauerbau und Mauerfall gehen Roggs Untersuchungen über die Verknüpfung herrschafts-, gesellschafts- und alltagsgeschichtlicher Aspekte hinaus. So widmen sich einzelne Kapitel der militärpolitischen Öffentlichkeitsarbeit, der Werbung und Musterung, dem Einsatz in der Volkswirtschaft und anderen bislang wenig erforschten Bereichen. Insgesamt kann Rogg klar nachweisen, dass die NVA in der Bevölkerung eher auf „emotionale Distanz“ (588) traf. Zwar in ihrer Existenz durch die Bürger nicht infrage gestellt, jedoch ohne jegliche Attraktivität stand diese Armee mehr im Dienste der Partei als des Volkes (584).
Kieron Kleinert (KIK)
M. A., Historiker und Politikwissenschaftler, Offizier, Bundeswehr.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Kieron Kleinert, Rezension zu: Matthias Rogg: Armee des Volkes? Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9059-armee-des-volkes_34615, veröffentlicht am 20.01.2009.
Buch-Nr.: 34615
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M. A., Historiker und Politikwissenschaftler, Offizier, Bundeswehr.
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