/ 11.06.2013
Rudolf Kreis
Antisemitismus und Kirche. In den Gedächtnislücken deutscher Geschichte mit Heine, Freud, Kafka und Goldhagen
Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1999 (rowohlts enzyklopädie); 333 S.; 22,90 DM; ISBN 3-499-55633-2Als Literaturwissenschaftler analysiert der Autor Beispiele der Aufarbeitung des "antijüdischen Jahrtausends", das sich als Werk der christlichen Kirche präsentiert. Im Mittelpunkt steht die These, "daß der Zivilisationsbruch der Shoah seine lange Vorgeschichte gehabt habe im Bruch des Christentums mit dem GESETZ des alten Bundes. Das Konstrukt des neuen Bundes hatte zum Eckstein den Antijudaismus." (304) Kreis zeigt, daß sich die "Banalität" des Bösen ohne diese Vorgeschichte weder bei den Führern noch den "willigen Vollstreckern" erklären läßt. Der oft etwas überladene Sprachstil des Autors ist für das Verständnis der ohnehin zuweilen sehr eigenwilligen psychologischen Interpretationen nicht unbedingt hilfreich.
Inhaltsübersicht: Einleitung: Hitler und der Eckstein im Theoriegebäude der "größten sittlichen Macht der Weltgeschichte"; I. Vom Karfreitagskomplex zum Ödipuskomplex; II. Freud und der doppelt entstellte Ödipus; III. Der abendländische Strafvollzug in den Gleichnissen des Franz Kafka; IV. Daniel Jonah Goldhagen, "Hitlers willige Vollstrecker" und der Streit um die Einmaligkeit der Shoah.
Andreas Eis (AE)
Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
Rubrizierung: 2.23 | 5.43
Empfohlene Zitierweise: Andreas Eis, Rezension zu: Rudolf Kreis: Antisemitismus und Kirche. Reinbek: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10810-antisemitismus-und-kirche_12782, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 12782
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Jun.-Prof. Dr., Didaktik des politischen Unterrichts und der politischen Bildung, Institut für Sozialwissenschaften Oldenburg, Fakultät I.
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