/ 21.06.2013
Peter Niesen / Benjamin Herborth (Hrsg.)
Anarchie der kommunikativen Freiheit. Jürgen Habermas und die Theorie der internationalen Politik
Frankfurt a. M.: Suhrkamp 2007 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1820); 464 S.; 16,- €; ISBN 978-3-518-29420-8Zunächst von Habermas selbst gar nicht wahrgenommen, hat seine Theorie des kommunikativen Handelns seit Mitte der 1990er Jahre Eingang in die Theorie der internationalen Beziehungen gefunden. In dem Maße, wie in der Internationalen Politik seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes die traditionell dominante realistische Theorie an Bedeutung verloren hat, ist die Frage, wie Koordination zwischen Staaten auf der Basis sprachlicher Verständigung möglich ist, in den Fokus des Interesses gerückt. Habermas’ Kommunikationstheorie erweist sich dabei vor allem für die Analyse der „deliberativen Diplomatie“ (17) anhand der Unterscheidung der Kommunikationsmodi von „arguing“ und „bargaining“ sowie der Phänomene im Umfeld des Global Governance von Bedeutung. Die Autoren des Sammelbandes setzen sich konstruktiv-kritisch mit dem Potential der Habermasschen Erklärungsansätze für die Theorie der internationalen Beziehungen auseinander. Immer wieder steht dabei die Frage im Mittelpunkt, inwiefern die in Habermas’ demokratietheoretischen Schriften entworfenen normativen Politikmodelle auf die zwischenstaatliche und kosmopolitische Ebene zu übertragen sind.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 4.1 | 5.46
Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Peter Niesen / Benjamin Herborth (Hrsg.): Anarchie der kommunikativen Freiheit. Frankfurt a. M.: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27346-anarchie-der-kommunikativen-freiheit_32019, veröffentlicht am 16.08.2007.
Buch-Nr.: 32019
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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