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/ 03.06.2013
Bill Clinton

Zwischen Vision und Wirklichkeit. Wie wir uns den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellen. Aus dem Amerikanischen übertragen von Christoph Arndt, Klaus Binder, Jeremy Gaines und Stephen Tree

München: C. Bertelsmann 1996; 192 S.; 34,80 DM; ISBN 3-570-12317-0
In diesem - 1996 in den USA unter dem Titel "Between Hope and History" erschienenen - Buch gehe es "Bill Clinton [...] vorrangig nicht darum, Bilanz zu ziehen. Er sagt vielmehr, daß auch die besten wirtschaftlichen und politischen Strategien nur Stückwerk bleiben, wenn eine grundlegende Vision für die gesellschaftliche Entwicklung fehlt." (Klappentext) Clinton beabsichtigt mit dieser Veröffentlichung u. a., seinen Dialog mit dem amerikanischen Volk über die Bestimmung der US-amerikanischen Nation fortzusetzen (11). "Meine Vision Amerikas an der Schwelle des neuen Jahrhunderts ist die einer Nation, in welcher der 'amerikanische Traum' nach wie vor für jeden gilt, der bereit ist, dafür zu arbeiten; einer vielfältigen amerikanischen Gemeinschaft, die ständig mehr zusammenwächst; eines Amerika, das die Welt auch künftig zu Frieden, Freiheit und Wohlstand führen wird." (11 f.) Die Vision will er anhand einer "Dreifachstrategie" verwirklichen, die unter den Stichworten "Möglichkeiten", "Verantwortung" und "Gemeinschaftlichkeit" steht (12). Durch das Buch zieht sich vor allem die Schilderung, wie Menschen Anreize, etwa zu beruflicher Aus- und Fortbildung sowie zur Annahme von Arbeit gegeben werden müssen, inwiefern sie unter Androhung von Sanktionen gezwungen werden müssen, die offerierten Chancen zu nutzen, und wie sie nachdrücklich zur Verantwortlichkeit, sich selbst, den eigenen Kindern und der Gesellschaft gegenüber, geführt werden müssen, was dann in Gemeinschaftlichkeit münde. Clinton erläutert die Werte, auf denen seine Vision von Amerika aufbaut, wenn er z. B. schreibt: "Ohne Verantwortung kann keine freie Gesellschaft gedeihen. Mangels Verantwortung verkommt etwa der Kapitalismus des freien Markts zu Verbraucherbetrug, Geschäftemacherei von Insidern und Mißbrauch von Angestellten. Ohne Verantwortung gebiert eine Anspruchsmentalität eine Politik eng umrissener Interessengruppen, eine Rhetorik der Hilflosigkeit und ein Unvermögen, dem Interesse der breiteren Öffentlichkeit zu dienen [...]." (74) Darüber hinaus erklärt er das Entstehen konkreter, drängender Probleme in den USA (z. B. "teenage pregnancy", Gewalt unter Jugendlichen) und seine (eigenen) Lösungsmaßnahmen. Insgesamt handelt es sich um ein Buch, das Europäern helfen kann, Amerika zu verstehen. Der Ankündigung, nicht Bilanz ziehen zu wollen, wird der Autor allerdings nicht ganz gerecht, da er - vermutlich zwangsläufig - immer wieder auf durch ihn initiierte politische Maßnahmen zurückkommt.
Petra Beckmann-Schulz (Bm)
Dr., Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.64 Empfohlene Zitierweise: Petra Beckmann-Schulz, Rezension zu: Bill Clinton: Zwischen Vision und Wirklichkeit. München: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/2205-zwischen-vision-und-wirklichkeit_2688, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 2688 Rezension drucken
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