Skip to main content
/ 22.06.2013
Worldwatch Institute (Hrsg.)

Zur Lage der Welt 2011. Hunger im Überfluss. Neue Strategien im Kampf gegen Unterernährung und Armut

München: oekom verlag 2011; 286 S.; 19,95 €; ISBN 978-3-86581-241-4
„Obwohl wir beim Stichwort ‚Innovation’ an die neueste Suchmaschine oder das neueste Videospiel zu denken gewohnt sind, zeigen arme afrikanische Bauern, dass Innovation derzeit vor allem in einigen der ärmsten Gemeinschaften der Welt zu finden ist – und dass sie für die Menschen und den Planeten von größerer Bedeutung sein können als die Mehrzahl der Hightech-Erfindungen.“ (17) Unter diesen Innovationen versteht der Präsident des Worldwatch-Institutes (WWI) Christopher Flavin beispielsweise Dachbegrünung, Tröpfchenbewässerung, den Einsatz von Düngepflanzen, die Verwendung traditionellen Saatguts oder die Reintegration von Viehwirtschaft und Ackerbau in umweltgefährdeten Gebieten. Von solchen praktischen Beispielen dafür, wie sich Hunger und Armut reduzieren und Nahrungssicherheit verbessern lassen, handelt der 28. Bericht dieser Reihe. Er basiert auf einem 2-jährigen Projekt des WWI, mit dem Lösungsansätze in 25 afrikanischen Ländern erfasst und die Chancen und Grenzen agrarökologischer Produktionsmethoden analysiert wurden. Zudem wird von politischen Anstrengungen auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene berichtet, nachhaltige Modelle der Landwirtschaft umzusetzen. Der Band zeigt dabei insgesamt, dass auf der politischen Ebene ein enormer Lern- und Nachholbedarf besteht. Obwohl sich inzwischen die Einsicht durchgesetzt hat, dass die Grüne Revolution den Hunger auf der Welt nicht lindern konnte, werden auch heute immer noch technische Lösungen favorisiert und nachhaltige Wege bei der Steuerung von Verteilung und Konsum vernachlässigt. In diesem Zusammenhang wird vor allem das mithilfe von Stiftungen und Geberorgansiationen breit geförderte Genetic Engineering kritisiert. Investitionen sollten stattdessen, so wird gefordert, in die kleinbäuerliche Produktion fließen. Außerdem müssten Maßnahmen zur Neubelebung lokaler Märkte geschaffen und die Widerstandsfähigkeit armer Länder gegen instabile Preise auf internationalen Märkten gestärkt werden. Vor diesem Hintergrund werden Maßnamen für einen Richtungswechsel der EU-Agrarpolitik aufgezeigt.
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.454.444.43 Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Worldwatch Institute (Hrsg.): Zur Lage der Welt 2011. München: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33796-zur-lage-der-welt-2011_40482, veröffentlicht am 06.10.2011. Buch-Nr.: 40482 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA