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/ 20.06.2013
Gottfried Magerl / Reinhard Neck / Christiane Spiel (Hrsg.)

Wissenschaft und Gender

Wien/Köln/Weimar: Böhlau Verlag 2011 (Wissenschaft, Bildung, Politik 14); 183 S.; 35,- €; ISBN 978-3-205-78728-0
Frauen sind in sämtlichen Bereichen der Wissenschaft immer noch stark unterrepräsentiert. Dies gilt in besonderem Maße auch für die Naturwissenschaften. Die Autoren beleuchten die Gründe für dieses Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen und diskutieren Maßnahmen zum langfristigen Ausgleich. Londa Schiebinger fordert eine stärkere Sensibilisierung der Wissenschaft für weibliche Themen. Als Negativbeispiele verweist sie auf die späte Einführung von Testpuppen für Crash-Tests, die schwangere Frauen verkörpern, die ungenügende Erforschung kardiovaskulärer Erkrankungen bei Frauen und der Osteoporose auch bei Männern. Einen gangbaren Weg für die Gewinnung neuer Forschungs/index.php?option=com_content&view=article&id=41317 und Erkenntnisse sieht sie in der Einführung normierter geschlechtsspezifischer Methoden und Analysen hinsichtlich der Evaluierung von Forschungsanträgen, der Einstellung und Beförderung von Akademikerinnen und der entsprechenden Begutachtung von Publikationen. Angesichts der Frage, ob Männer „von Natur aus“ (2) für wissenschaftliche Spitzenpositionen besser geeignet sind als Frauen, untersucht Markus Hausmann neurobiologisch begründete kognitive Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So würden Männer Frauen im Wechsler-Intelligenztest in räumlicher Wahrnehmung und in Bezug auf zeitlich-räumliche Fähigkeiten übertreffen, Frauen erzielten hingegen in Bezug auf ihr Ortsgedächtnis und beim Rechnen die besseren Ergebnisse. Hausmann betont, dass es sich bei den kognitiven Fähigkeiten um ein komplexes Geflecht aus biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren handelt. Mithilfe von experimentellen Studien sei belegt worden, dass kognitive Geschlechtsunterschiede im Alltag nicht ins Gewicht fallen und keinesfalls unabänderlich sind. In weiteren Beiträgen werden die genderspezifische Bildungssozialisation sowie die Doppelbelastung von Frauen im Berufsleben angesprochen. Der Band resultiert aus den Beiträgen des Österreichischen Wissenschaftstages „Wissenschaft und Gender“ aus dem Jahr 2010.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 2.272.4 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Gottfried Magerl / Reinhard Neck / Christiane Spiel (Hrsg.): Wissenschaft und Gender Wien/Köln/Weimar: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21748-wissenschaft-und-gender_41153, veröffentlicht am 08.12.2011. Buch-Nr.: 41153 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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