/ 22.06.2013
Richard Bonney / Tridivesh Singh Maini / Tahir Malik (Hrsg.)
Warriors after War. Indian and Pakistani Retired Military Leaders Reflect on Relations between the Two Countries, Past, Present and Future
Oxford u. a.: Peter Lang 2011 (Studies in the History of Religious and Political Pluralism 6); 377 S.; 54,70 €; ISBN 978-3-0343-0285-2Im Kashmir-Koflikt stehen sich die Atommächte Indien und Pakistan seit Jahrzehnten feindlich gegenüber. Vor diesem Hintergrund befragen die Autoren 13 indische und 13 pakistanische im Ruhestand befindliche Militärangehörige zu den indisch-pakistanischen Beziehungen und ihrer Einschätzung des Konfliktes sowie zu den Auswirkungen der Lage in Afghanistan auf die Region. Für Lieutenant-General S. K. Sinha wird an der Reaktion Indiens auf das Attentat in Mumbai das militärische und politische Unvermögen des Landes deutlich. So hätten sich die indischen Politiker davor gescheut, die Verantwortung zu übernehmen. Das Attentat habe nicht nur die politische, sondern auch die militärische Schwäche des Landes offenbart. Verlässliche geheimdienstliche Informationen des Anschlages hätten gefehlt und die Sicherheitskräfte hätten 24 Stunden gebraucht, bis sie vor Ort gewesen seien. Darüber hinaus wirft Sinha den zuständigen Behörden und der Nationalen Sicherheitsgarde vor, drei Tage zur Ausschaltung von zehn Terroristen gebraucht zu haben. General Mirza Aslam Beg sieht einen Zusammenhang zwischen dem Erstarken der Taliban in Afghanistan und der Lage in Kashmir. Die unipolare Weltordnung hat sich nach seiner Auffassung längst in eine tripolare transformiert, bei der den USA im Kampf um die weltweite Vorherrschaft auf der einen Seite Russland und China und auf der anderen Seite eine globale islamische Bewegung gegenüberstehe. So haben neben den Taliban in Afghanistan auch die Pakhtunen in Pakistan an Kraft und Einfluss gewonnen. Aslam Beg hofft auf die Neuformation einer islamischen Widerstandsbewegung, die sich aus pakhtunischem Nationalismus und islamischem Universalismus speist. Nur so sei nach dem Abzug westlicher Streitkräfte aus Afghanistan eine Entscheidung im Kashmir-Konflikt herbeizuführen. Die Autoren leisten einen wichtigen Beitrag zur ungeschminkten Analyse der Hintergründe des Konflikts.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.41 | 4.22 | 2.68
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Richard Bonney / Tridivesh Singh Maini / Tahir Malik (Hrsg.): Warriors after War. Oxford u. a.: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34509-warriors-after-war_41446, veröffentlicht am 19.01.2012.
Buch-Nr.: 41446
Inhaltsverzeichnis
Rezension drucken
Politikwissenschaftlerin.
CC-BY-NC-SA