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/ 19.06.2013
Maike Müntinga

Von der "uneingeschränkten" zur "kritischen" Solidarität mit den USA? Eine Untersuchung der Meinungsbildung in FAZ und SZ nach den Ereignissen des 11. September 2001

Münster: Lit 2003 (Texte zu Politik und Zeitgeschichte 6); 124 S.; brosch., 10,90 €; ISBN 3-8258-7145-2
Magisterarbeit Marburg; Gutachter: H. K. Rupp. - Die Arbeit bietet eine Inhaltsanalyse der Berichterstattung der Tageszeitungen FAZ und SZ zu den Anschlägen vom 11. September. Der Untersuchungszeitraum beginnt unmittelbar nach den Anschlägen und endet im Februar 2002. Das Ziel der Autorin ist es, die Veränderungen in der Einschätzung der deutsch-amerikanischen Solidarität nachzuzeichnen. Sie gelangt zu dem Ergebnis, dass kein Übergang von einer uneingeschränkten zu einer kritischen Solidarität stattgefunden habe. Vielmehr habe sich die Meinung durchgesetzt, es gebe keine Werteübereinstimmung als Grundlage der Solidarität; sie sei folglich grundsätzlich infrage gestellt worden. Leider ist der theoretische Teil sehr wenig differenziert und streckenweise konfus. Methodische Hinweise fehlen völlig. In der eigentlichen Inhaltsanalyse werden die Aussagen der beiden Zeitungen nicht selten unreflektiert zu einem Gesamtbild verschmolzen. Angesichts der erheblichen methodischen und theoretischen Mängel der Arbeit sind die inhaltlichen Ergebnisse mit äußerster Vorsicht zu interpretieren.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3332.642.254.21 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Maike Müntinga: Von der "uneingeschränkten" zur "kritischen" Solidarität mit den USA? Münster: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20597-von-der-uneingeschraenkten-zur-kritischen-solidaritaet-mit-den-usa_24032, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24032 Rezension drucken
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