/ 19.06.2013
Daniel Ludwig
Vom Entwicklungsland zum global player. Internationale Entwicklungshilfe am Beispiel der Zusammenarbeit zwischen der Weltbankgruppe und China
Marburg: Tectum Verlag 2012; XIV, 109 S.; pb., 24,90 €; ISBN 978-3-8288-2897-1Aufgrund seines ökonomischen Erfolges erhält China keine Entwicklungsgelder mehr aus der Bundesrepublik, sondern tritt selbst in zunehmendem Maße als Geber von Entwicklungshilfe auf – vor allem in Afrika, was vielfach kritisch bewertet wird. Genau diese Thematik greift Ludwig auf und konzentriert sich dabei auf einen Aspekt der Entwicklungszusammenarbeit, nämlich auf die Kooperation Chinas mit der Weltbank. Zunächst legt der Autor die begrifflichen und theoretischen Grundlagen dar, indem er beispielsweise die Begriffe Entwicklung, Entwicklungshilfe oder Entwicklungszusammenarbeit erläutert und auf die vielfältigen Motive der zentralen Akteure verweist. Der Weltbankgruppe, also den unterschiedlichen Organisationen der Weltbank, widmet der Autor ein eigenes Kapitel. Besonders informativ ist das über die „Entwicklungszusammenarbeit mit China“ (19). Hier werden zunächst knapp die zentralen Fakten der Entwicklungshilfe für das Reich der Mitte vorgestellt und dann im Schwerpunkt auf die geleistete Hilfe eingegangen. China engagiert sich vorwiegend in bilateraler Form und konzentriert sich seit Ende der 1990er-Jahre vor allem auf Afrika und Lateinamerika. Die Art der Hilfe besteht u. a. in der Entsendung medizinischer Teams, humanitärer Hilfe, Schuldenerlässen, Budgethilfen oder materieller und technischer Hilfe. Die Motive dahinter bewertet Ludwig kritisch. Zwar gibt China vor, sich mit seiner Entwicklungspolitik nicht in die inneren Angelegenheiten der unterstützten Länder einmischen zu wollen und damit für eine andere Art der Entwicklungszusammenarbeit zu stehen, doch zeigen sich zahlreiche Widersprüche. Die oft im Falle westlicher Entwicklungshilfe kritisierte Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit gilt somit auch für Chinas Entwicklungspolitik, die letztlich aber trotz der berechtigten Kritik hilfreich ist. In dem Kapitel über die Partnerschaft Chinas mit der Weltbank beschreibt Ludwig die Kooperation, die überwiegend durch Projekte im infrastrukturellen Bereich und im Umweltschutz realisiert wird, wie auch die zunehmende Bedeutung, die China aufgrund seines wirtschaftlichen Wachstums in der Organisation einnimmt. Ludwig geht davon aus, dass China einerseits mit seinem Wissen und seinen Ressourcen ein immer begehrterer Partner wird, andererseits selbst weiterhin von der Hilfe der Weltbank profitieren wird.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.44 | 2.68 | 4.3
Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Daniel Ludwig: Vom Entwicklungsland zum global player. Marburg: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21675-vom-entwicklungsland-zum-global-player_42377, veröffentlicht am 20.12.2012.
Buch-Nr.: 42377
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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