/ 17.06.2013
Arne Heise (Hrsg.)
USA - Modellfall der New Economy?
Marburg: Metropolis-Verlag 2001; 266 S.; 24,80 €; ISBN 3-89518-353-9Die 90er-Jahre stellen die längste Prosperitätsphase der amerikanischen Wirtschaft in der Nachkriegszeit dar. Stetiges Produktivitätswachstum, geringe Inflation, sinkende Arbeitslosigkeit und Haushaltsüberschüsse - diese Erfolgsindikatoren haben das US-amerikanische Wirtschaftsmodell zum nahezu uneingeschränkten Vorbild für die (kontinental-)europäische Wirtschaftspolitik werden lassen. Aus der Sicht der Autoren jedoch, die alle zum Forschungsnetzwerk "Alternative Konzeptionen der makroökonomischen Politik im Spannungsfeld von Arbeitslosigkeit, Globalisierung und hoher Staatsverschuldung" gehören, ist diese Wahrnehmung höchst selektiv. Primär aus makroökonomischer Perspektive erörtern die Beiträge - vor allem mit Blick auf die Geldpolitik der Federal Reserve Bank - Voraussetzungen und Implikationen der Entwicklung der amerikanischen Wirtschaft während dieser Dekade. Dabei votieren die Autoren für eine andere als die gängige Lehre aus dem amerikanischen Vorbild: Statt einer primär mikroökonomisch begründeten Rezeptur zum Abbau von Sozialstaatlichkeit sollte aus der US-Entwicklung die Einsicht gewonnen werden, dass eine expansive makroökonomische Konstellation "durch den entsprechenden Policy-Mix aus Geld-, Finanz- und Lohnpolitik zumindest gefördert werden kann" (22).
Inhalt: Arne Heise: Einleitung: Vom Pflegefall zum Modell - Die rasante Erfolgsstory der USA (11-22); Heiner Flassbeck: Der amerikanische Aufschwung und die New Economy (23-40); Trevor Evans / Michael Heine / Hansjörg Herr: Weiche Kurse - Harter Fall? Die außenwirtschaftlichen Perspektiven der US-Ökonomie (41-67); Elke Muchlinski: "Monetaristisches Experiment" der Federal Reserve Bank (USA) oder "smokescreen"? Anmerkungen zu einer historisch bedeutsamen Phase der Geldpolitik (69-101); Jan Priewe: Vom Defizit zum Überschuß - US-Fiskalpolitik in den 90er Jahren (103-130); Stephan Schulmeister: Die unterschiedliche Wachstumsdynamik in den USA und Deutschland in den neunziger Jahren (131-167); Eileen Appelbaum / Christian E. Weller: Structural Change, Employment, and Inequality: Impacts on Productivity Growth (169-198); Georg Erber / Harald Hagemann / Markus Schreyer / Stephan Seiter: Produktivitätswachstum in der "New Economy" - Übergangsphänomen oder Strukturbruch? (199-263).
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.262 | 2.64
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Arne Heise (Hrsg.): USA - Modellfall der New Economy? Marburg: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16263-usa---modellfall-der-new-economy_18671, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18671
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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