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/ 22.06.2013
Deutsches Komitee für UNICEF (Hrsg.)

UNICEF-Report 2011. Kinder vor Gewalt schützen

Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag 2011; 285 S.; 11,99 €; ISBN 978-3-596-19295-3
Marta Santos Pais ruft in ihrem Vorwort dazu auf, der weltweiten Gewalt gegen Kinder entschieden zu begegnen. Sie fordert alle Staaten dazu auf, nationale Strategien zu entwickeln und internationalen Standards entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen durchzusetzen. Santos Pais kritisiert, dass der Gebrauch von Schlagstöcken und Peitschenhieben an Schulen in 80 Ländern der Welt als Bestrafung zugelassen ist. Darüber hinaus sei die physische und psychische Entwicklung von Kindern in traditionellen Gemeinschaften durch Kinderheiraten, Genitalverstümmelung, Schwangerschaften und HIV-Infektionen beeinträchtigt. Des Weiteren seien beide Geschlechter von sexueller Gewalt, die aus ihrem engsten Familienkreis oder erzieherischem Umfeld ausgeht, bedroht. In einigen Staaten seien Kinder von drakonischen Strafen wie Steinigung, Amputation oder dem Tod bedroht. Letzterer drohe Kindern in der Zentralafrikanischen Republik, die der Hexerei verdächtigt werden. Die UNICEF-Beauftragte Rebecca Bannor-Addae weist darauf hin, dass die Todesstrafe für Hexerei noch nie gerichtlich vollstreckt worden ist. Vielmehr werden die Beschuldigten in der Regel schon vorher von einem wütenden Mob gelyncht. Bannor-Addae führt dieses Phänomen auf gesellschaftliche Spannungen als Folge der Armut und Ausgezehrtheit des Landes nach Jahrzehnten des Krieges zurück. UNICEF nimmt sich dieser gefährdeten Kinder wie auch der durch Säureattentate entstellten jungen Mädchen in Bangladesch in seinen zahlreichen Stiftungen und Projekten gezielt an. Der Band diskutiert einleitend exemplarische Beispiele gewaltsamer Übergriffe an Kindern – das Spektrum reicht hier von der Gefängnisstrafe bis zum Mobbing im Internet. Im Hauptteil werden soziökonomische Indikatoren wie die Säuglingssterberate, die demografische Entwicklung, der Alphabetisierungsgrad und die Ernährungssituation von Kindern in einem weltweiten statistischen Überblick umfassend dargelegt.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.422.322.3332.642.654.3 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Deutsches Komitee für UNICEF (Hrsg.): UNICEF-Report 2011. Frankfurt a. M.: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/34141-unicef-report-2011_40948, veröffentlicht am 06.10.2011. Buch-Nr.: 40948 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
CC-BY-NC-SA