/ 03.06.2013
Viorel Roman / Hannes Hofbauer
Transsilvanien - Siebenbürgen. Begegnung der Völker am Kreuzweg der Reiche
Wien: Pro Media 1996 (Brennpunkt Osteuropa); 254 S.; brosch., 34,- DM; ISBN 3-85371-115-4Das Autorenduo, das 1993 bereits einen ähnlich angelegten Band zu Bessarabien vorgelegt hat, nähert sich dem treffend als "Schnittstelle zwischen West- und Osteuropa" (7) charakterisierten Transsilvanien auf zwei Wegen: Zunächst wird in einer tour de force auf gut 100 Seiten die Geschichte Siebenbürgens von den Dakern bis in die Gegenwart erzählt. Daran schließen sich thematische Reportagen zur ökonomischen, sozialen, religiösen und nationalen Frage im postkommunistischen Transsilvanien an. Das in den Reportagen gezeichnete düstere Bild basiert vorwiegend auf Interviews und Impressionen; eine Einordnung der nur gelegentlich erhellenden Einzelbeobachtungen unterbleibt weitgehend. So weisen Roman / Hofbauer etwa auf den politischen Einfluß der Bergarbeiter aus dem Schiltal 1990/91 hin, verzichten jedoch auf eine Ausleuchtung der Hintergründe ihrer Einsätze in Bukarest.
Daß sich die analytischen Passagen des verheißungsvoll betitelten Bandes auf eine scharfe, jedoch wenig niveauvolle Kapitalismuskritik sowie gewagte historische Analogien beschränken, erhöht seinen Erkenntniswert für den Leser nicht.
Michael Edinger (ME)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
Rubrizierung: 4.42 | 2.62
Empfohlene Zitierweise: Michael Edinger, Rezension zu: Viorel Roman / Hannes Hofbauer: Transsilvanien - Siebenbürgen. Wien: 1996, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3414-transsilvanien---siebenbuergen_4492, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 4492
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Sonderforschungsbereich 580, Universität Jena (www.uni-jena/svw/powi/sys/edinger.html).
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