/ 03.06.2013
Heinz Kleger (Hrsg.)
Transnationale Staatsbürgerschaft
Frankfurt a. M./New York: Campus Verlag 1997 (Theorie und Gesellschaft 38); 337 S.; 58,- DM; ISBN 3-593-35709-7Für die politische Theorie wirft die unverkennbare Erosion des Nationalstaates eine Reihe von Fragen auf, die teils der sozialen Kohäsion politischer Gemeinschaften gelten, teils Aspekte der über Mitgliedschaften vermittelten Rechte von Personen betreffen. Im Zusammenhang mit dem ersten Komplex wäre die politische Bedeutung spezifischer Identitätsformationen zwischen der kommunalen und der supranationalen Ebene zu analysieren. Beim zweiten Komplex stehen Möglichkeiten der Institutionalisierbarkeit transnationaler Mitgliedschaftsrechte im Mittelpunkt. Der von Kleger (Universität Potsdam) herausgegebene Reader fokussiert beide analytischen Ansätze in der Frage nach den "Grundvoraussetzungen für eine transnationale Ausformung der Bürgergesellschaft" (13), als Anwendungsfolie dient dabei das Konzept einer europäischen Staatsbürgerschaft. Der Band versammelt - mit Ausnahme der Originalbeiträge von Kleger und D'Amato und des als Kontrast gedachten Aufsatzes von Aron (1974) - grundlegende neuere Abhandlungen, die zwischen 1992 und 1995 überwiegend im angelsächsischen Sprachraum erschienen sind. Den Abschluß bildet ein mit einer Auswahlbibliographie verknüpfter systematischer Aufriß des Herausgebers über "Bausteine transnationaler Demokratie" (287 ff.).
Inhalt: Heinz Kleger: Einleitung: Ist eine politische Mehrfachidentität möglich? (9-20). 1. Fragen der Staatsbürgerschaft: Raymond Aron: Kann es eine multinationale Staatsbürgerschaft geben? (23-41); Elizabeth Meehan: Staatsbürgerschaft und die Europäische Gemeinschaft (42-63); John Crowley: Die nationale Dimension der Staatsbürgerschaft bei Thomas H. Marshall (64-80); Nina Glick Schiller / Linda Basch / Christina Blanc-Szanton: Transnationalismus: Ein neuer analytischer Rahmen zum Verständnis von Migration (81-107). 2. Grenzen nationaler Staatsbürgerschaft: Gian Enrico Rusconi: Erneutes Nachdenken über die Nation. Zwischen regionalem Separatismus und europäischer Vision (111-131); Gianni D'Amato: Gelebte Nation und Einwanderung. Zur Transnationalisierung von Nationalstaaten durch Immigrantenpolitik am Beispiel der Schweiz (132-159); Yoav Peled: Ethnische Demokratie und die rechtliche Konstruktion der Staatsbürgerschaft: Die arabischen Bürger des jüdischen Staates (160-188). 3. Transnationale Staatsbürgerschaft als europäische Vision: Carlos Closa: Das Konzept der Staatsbürgerschaft in den Verträgen der Europäischen Union (191-208); Rey Koslowski: EU-interne Migration, Staatsbürgerschaft und Politische Union (209-248); Ulrich K. Preuß: Probleme eines Konzepts europäischer Staatsbürgerschaft (249-270); Marco Martiniello: Einer multikulturellen EU-Bürgerschaft entgegen? (271-284). 4. Schluß: Heinz Kleger: Bausteine transnationaler Demokratie (287-335).
Thomas Mirbach (Mir)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.42 | 5.41 | 3.1 | 2.5 | 2.63
Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Heinz Kleger (Hrsg.): Transnationale Staatsbürgerschaft Frankfurt a. M./New York: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/3085-transnationale-staatsbuergerschaft_4037, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 4037
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
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