/ 05.06.2013
Sebastian Lorenz / Marcel Machill (Hrsg.)
Transatlantik. Transfer von Politik, Wirtschaft und Kultur
Opladen/Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 1999; 498 S.; brosch., 69,80 DM; ISBN 3-531-13282-2Dieses Buch vereinigt in sich eine eigentümliche Kombination von eher politisch inspirierten Äußerungen, wissenschaftlichen Abhandlungen zu verschiedenen Aspekten der deutsch-amerikanischen Beziehungen seit der Nachkriegszeit, stärker auf die Person und das Wirken John McCloys bezogene Untersuchungen und Betrachtungen über das McCloy-Programm im engeren Sinne, die zum Teil ein wenig wie Erlebnisberichte wirken. Das ist zugleich mehr und weniger, als der schlichte Titel anzuzeigen scheint. Politikwissenschaftlich relevant sind nur einige der Beiträge, und das bleistiftabweisende Hochglanzpapier, auf dem das Buch gedruckt ist, scheint gleichfalls zu bestätigen, daß hier nicht nur wissenschaftliche Erwägungen eine Rolle gespielt haben.
Inhalt: Einleitung: Marcel Machill / Sebastian Lorenz: Nicht Amerikanisierung, sondern Transfer. Ein interdisziplinärer Forschungsansatz zur Analyse der transatlantischen Beziehungen (14-22). I. Transatlantische Beziehungen: 1. Die Entwicklung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses und seine Zukunft: Ein Gespräch mit Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (24-31); Kurt Biedenkopf: Die Bedeutung der europäischen Integration für die Beziehungen zwischen Europa und Amerika (32-45); Werner Weidenfeld: Wege zur Erneuerung der transatlantischen Gemeinschaft (46-51); Hans-Jürgen Schröder: Das Europäische Wiederaufbauprogramm. Zum Wiederaufstieg Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg (52-72); Gerd Hardach: Die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen: Bilateralismus, Regionalismus, Multilateralismus (73-96); Cornelius Prittwitz: Anmerkungen zu Vergangenheit, Zukunft und Essenz der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Was bleibt, wenn man sich Sicherheitspartnerschaft und Handelsbeziehungen wegdenkt? (97-108). 2. Die Bedeutung John J. McCloys für die Bundesrepublik Deutschland: Thomas A. Schwartz: Der Gründungsvater. John J. McCloys Bedeutung für die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland (110-122); Kai Bird: Deutschlands Prokonsul 1949. McCloy und die entstehende Bundesrepublik (123-155); Robert R. Bowie: McCloy, seine Zeit und seine Wirkung. Eindrücke eines Zeitzeugen (156-166); Volker R. Berghahn: John J. McCloy, Shepard Stone und die deutsch-amerikanischen Beziehungen während des Kalten Krieges (167-178). 3. Transatlantik: Themen und Räume für den Transfer: Thomas S. Axworthy: Europäische Sozialunion versus Europäischer Binnenmarkt: Ist Koexistenz möglich? Eine Analyse mit nordamerikanischer Perspektive (180-190); Hans J. Kleinsteuber: Deutsch-amerikanische Wechselwirkungen in den Massenmedien (191-215); Peter Welzel: Elektronisches Geld. Herausforderung für die Wirtschaftspolitik? (216-232); Jörg Kukies / Frederic M. Scherer: Zeit für wirtschafts- und finanzpragmatischen Transfer. Das Innovationsverhalten deutscher und amerikanischer Unternehmen (233-246); Stephan Kriesel: Die Bedeutung des Holocaust für das Selbstverständnis des amerikanischen Judentums - Verstehensversuche als Beginn eines Dialogs (247-270); Wolfhart Pentz: Religion in der Öffentlichkeit. Eine deutsch-amerikanische Betrachtung (271-292); Axel Kölsch: Ökonomische Analyse des Rechts. Ein Vorbild für die deutsche Rechtswelt? (293-312). II. Bildung und Ausbildung: Bedingungen für politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Transfer: Sebastian Lorenz / Marcel Machill: Der Transferraum als soziales Experiment (314-326). 1. Kulturelle und institutionelle Rahmenbedingungen: Hartmut Wasser: Modelle demokratischer Erziehung. Überlegungen zur Bildungsphilosophie amerikanischer Gründerväter (328-350); Dietmar Herz: Der Vorbildcharakter des amerikanischen Universitätssystems in der Debatte um die Reform der deutschen Universität (351-374); Ronald A. Heifetz: Transferräume für Leadership. Reflexionen auf die Ausbildung deutscher und amerikanischer Führungskräfte in den USA (375-388). 2. Das McCloy Programm als Raum für Transfermöglichkeiten: Lösungsansatz zur Förderung transatlantisch geprägter Akteure: Rolf Möller: Verschlungene Pfade zu einer Eliteförderung. Zur Vorgeschichte des McCloy Academic Scholarship Program und der Rolle der Volkswagen-Stiftung (390-404); Graham T. Allison: Wechselwirkungen. John J. McCloy, das McCloy Programm und die John F. Kennedy School of Government (405-413); James A. Cooney: Looking Back at the McCloy Scholars Program after 15 Years (414-424); Rupert Antes: Ausrichtung und Eigenart des McCloy Academic Scholarship Program (425-429). 3. Did it work? - Die McCloy Scholars als Träger des Transfers: Ralf Stegner: Der Führungsnachwuchs für den deutschen öffentlichen Dienst und das McCloy Programm. Eine Zwischenbilanz (432-440); R. Gerrit Huy: Initiative und Gestaltungskraft. Erfahrungen im McCloy Programm und danach (441-446); Katharina Pistor: Standortbestimmung Harvard. Überlegungen zum Marktwert einer Universitätserfahrung (447-462); Martin Storksdieck: Das McCloy Programm: Idee und Ideologie. Drei kritische Anmerkungen eines Teilnehmers (463-480).
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 4.22 | 4.21
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Sebastian Lorenz / Marcel Machill (Hrsg.): Transatlantik. Opladen/Wiesbaden: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8265-transatlantik_10896, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 10896
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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