/ 22.06.2013
Martin Kahl (Hrsg.)
The Transnationalisation of Risks of Violence
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2011 (Demokratie, Sicherheit, Frieden 202); 153 S.; 29,- €; ISBN 978-3-8329-6258-6Die Autoren beschäftigen sich mit den Sicherheitsrisiken, die von nicht-staatlichen, transnational agierenden Gewaltakteuren wie Waffenhändlern, Terrornetzwerken und Warlords ausgehen sowie den Schwächen internationaler Organisationen und ihrer Strategien zur Minimierung dieser Risiken. Ausgangspunkt der Beiträge ist die sogenannte „post-nationale Konstellation“ (8) in der Sicherheitspolitik, die dadurch charakterisiert ist, dass nicht mehr nur Staaten über Krieg und Frieden entscheiden, sondern eine Vielzahl von Akteuren auf unterschiedlichen Ebenen an der Entstehung und Verstetigung von Gewalt beteiligt sind. Besonders deutlich wird dieser Aspekt in Edwin Bakkers Analyse des globalen Dschihad-Terrorismus des Al-Kaida-Netzwerkes. Letzteres setze sich aus lose organisierten Mitgliedern, isolierten Nachahmergruppen und sympathisierenden anonymen Geldgebern zusammen und könne insofern als Prototyp eines neuen transnationalen Gewaltakteurs verstanden werden. Al Kaida habe sich kontinuierlich von einer konkreten Gruppe zu einer ideologischen respektive „virtuellen Maxime“ (76) entwickelt und stelle die internationale Friedens- und Sicherheitspolitik vor neue Herausforderungen. Da ein „harter Ansatz“ im Kampf gegen den Dschihad-Terrorismus aus Bakkers Sicht Gefahr laufe, von vielen Muslimen als Kreuzzug gegen den Islam wahrgenommen zu werden, plädiert er für einen globalen und ganzheitlichen Ansatz, der prinzipiell auf weicher Macht basieren müsse und organisierter zwischenstaatlicher Kooperation bedürfe (82 f.). Der Sammelband beeindruckt insbesondere durch seinen kohärenten Aufbau: Auf die Charakterisierung der post-nationalen Konstellation und der neu entstandenen, transnationalen Sicherheitsrisiken folgen Einzelfallstudien zu Al Kaida sowie zum Konflikt in Südossetien. Schließlich finden sich Analysen der sicherheitspolitischen Institutionen bedeutender internationaler Organisationen wie den Vereinten Nationen, der Europäischen Union und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, sowie ihrer strukturellen Defizite im Bereich des Sicherheitsrisikomanagements.
Marius Hildebrand (HIL)
M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 4.41 | 4.3 | 3.6 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Marius Hildebrand, Rezension zu: Martin Kahl (Hrsg.): The Transnationalisation of Risks of Violence Baden-Baden: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/33860-the-transnationalisation-of-risks-of-violence_40572, veröffentlicht am 04.08.2011.
Buch-Nr.: 40572
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M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
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