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/ 11.12.2014
Pascaline Gaborit (Hrsg.)

The Strength of Culture for Development. Why Culture Matters in International Cooperation

Brüssel u. a.: Peter Lang 2014 (Europe of Cultures 10); 237 S.; pb., 42,80 €; ISBN 978-3-0352-6438-8
Welche Rolle spielt die Kultur in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit? Dieser Frage wird in dem von Pascaline Gaborit, Politikwissenschaftlerin und Direktorin der European New Towns and Pilot Cities Platform (ENTP), herausgegebenen Sammelband nachgegangen. Dabei geht es nicht um eine Zusammenarbeit zwischen Staaten. Ausgehend von der These, dass „Kultur und Entwicklung Kernelemente lokaler Strategien“ (15) sein müssen, ergründen die Autor_innen die Frage der Etablierung und Zusammensetzung dezentral organisierter internationaler Kooperationen zwischen Städten und Gemeinden. Neben konzeptionellen Überlegung von Expert_innen handelt es sich bei der Mehrzahl der Beiträge um Interviews, in denen im Rahmen des AWARD‑Programms der ENTP beteiligte Akteur_innen zu Worte kommen, ihre Arbeit präsentieren oder ihre Konzepte vorstellen. Zu den hier diskutierten Themen gehören neben Kultur‑ und Städtekooperationen auch Strategien zur nachhaltigen Entwicklung, die Rolle von Diasporas, Stadtdiplomatie und die Evaluation von lokalen Kulturkooperationen. Die konzeptionellen Grundlagen für den Sammelband legt Gaborit in ihrem einleitenden Beitrag, in dem sie die Bedeutung, Hürden und Perspektiven kultureller Städtekooperation mit Blick auf deren Entwicklungspotenzial aufzeigt. Wie sehr Kultur hierbei „unter dem Strich ins Gewicht fällt“ (31) und für Städte und Gemeinden zum essentiellen Bestandteil von Entwicklungsvorhaben wird, entscheidet sich nach Gaborit dann, wenn sie nicht allein in den Kategorien von Ökonomie oder Freizeitaktivitäten aufgefasst, sondern als Mittel und Weg des Verstehens und der Verständigung begriffen wird. Ein konkretes Beispiel hierfür ist die von der Soziologin Brigitte Beuzamy in ihrem Beitrag kritisch hinterfragte Idee der Stadtdiplomatie (city diplomacy). Städte und lokale Gemeinden nehmen hier die Rolle von internationalen Akteuren unter anderem in den Bereichen Konfliktprävention und Friedenskonsolidierung ein. Für Beuzamy ist das Konzept nicht nur weiterhin vage. Angesichts der finanziellen Situation vieler Städte und der zwangsläufigen Priorisierung eigener sozialer und wirtschaftlicher Belange stelle sich auch die Frage, inwiefern solche Aktivitäten für Städte häufig nicht einfach „Luxus[,] den sie sich nicht leisten können“ (167), darstellen. Zusammengenommen bilden die Inhalte des Sammelbands die Arbeit des von der EU‑Kommission kofinanzierten AWARD‑Programms ab. Nicht bei allen wird dabei das eigentliche Konzept des Projekts ersichtlich, so finden sich zum Beispiel zahlreiche Bilder und Fotos unkommentiert und scheinbar zusammenhangslos in der Mitte des Bandes.
{CPA}
Rubrizierung: 4.444.424.43 Empfohlene Zitierweise: Christian Patz, Rezension zu: Pascaline Gaborit (Hrsg.): The Strength of Culture for Development. Brüssel u. a.: 2014, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/37888-the-strength-of-culture-for-development_46162, veröffentlicht am 11.12.2014. Buch-Nr.: 46162 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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