/ 20.06.2013
Julia Lieb / Nicolai von Ondarza / Daniela Schwarzer (Hrsg.)
The European Union in International Fora. Lessons for the Union's External Representation after Lisbon
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2011 (Schriftenreihe des Arbeitskreises Europäische Integration e.V. 72); 194 S.; brosch., 39,- €; ISBN 978-3-8329-6018-6Auch nach dem Vertrag von Lissabon ist die Repräsentation der Europäischen Union auf der internationalen Bühne fragmentiert geblieben. Sie variiert in Abhängigkeit von dem betroffenen Politikfeld und spiegelt so die komplexen internen Entscheidungsstrukturen der supranationalen Organisation. Diesen politikfeldspezifischen Variationen der Repräsentation der EU, ihren historischen Ursachen und Folgeproblemen sowie den Konsequenzen des Vertrages von Lissabon widmen sich die Autorinnen und Autoren dieses Sammelbandes. Im Zentrum stehen dabei nicht die traditionellen außenpolitischen Themen der Sicherheits- und Verteidigungspolitik, sondern die Energie- und Klimapolitik, die Handelspolitik, die Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie die Arbeits- und Sozialpolitik, die im Zuge der steigenden Interdependenz von Staaten und Volkswirtschaften außenpolitisch an Bedeutung gewonnen haben. Mit Ausnahme der Handelspolitik zeichnen sich die genannten Politikfelder dadurch aus, dass sie sowohl unter die Kompetenz der Institutionen der EU als auch unter die Kompetenz der Mitgliedstaaten fallen. Diese „shared competences“ (18) führen nicht nur zu einem hohen Maß an institutioneller Komplexität, sondern auch zu einem Mangel an Kohärenz, die in den untersuchten Politikfeldern durch den Vertrag von Lissabon nur unzureichend behoben wurden. Sollte es der EU und den Mitgliedstaaten nicht gelingen, verlässliche Repräsentationsinstanzen zu entwickeln sowie klare Verantwortlichkeiten und Zuständigkeitsbereiche zu definieren, befürchten die Herausgeber, dass Europa zukünftig bei wichtigen internationalen Beratungs- und Entscheidungsprozessen ausgeschlossen oder übergangen werden könnte. Die Autorinnen und Autoren bleiben jedoch nicht auf einer diagnostischen Ebene stehen, vielmehr zeigen sie auf, welche Schritte denkbar wären, um eine gemeinsame externe Repräsentation auf dem jeweiligen Politikfeld zu ermöglichen.
Marius Hildebrand (HIL)
M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 3.6 | 3.5 | 4.45 | 3.2
Empfohlene Zitierweise: Marius Hildebrand, Rezension zu: Julia Lieb / Nicolai von Ondarza / Daniela Schwarzer (Hrsg.): The European Union in International Fora. Baden-Baden: 2011, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21950-the-european-union-in-international-fora_41362, veröffentlicht am 05.01.2012.
Buch-Nr.: 41362
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M. A., Politikwissenschaftler, Doktorand, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität Hamburg.
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